Meine Reise


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Mittwoch, 13. Mai 2009

0711 hat mich wieder

Es ist vorbei! Mein Reisen hat ein Ende.
Nach über 30 Stunden erreichte ich endlich den Flughafen Stuttgart. Es war schon ein sehr komisches Gefühl als ich meinen Rucksack vom Gepäckband nahm und auf den Ausgang zuging.
Doch dann die riesige Überraschung. Da stand ein ganzes Empfangskomitee! Nur für mich! Ein so schönes Gefühl willkommen geheißen zu werden! Vor allem von so guten Freunden! Vielen Dank Leute :-) !!!

Seit Dienstag bin ich nun damit beschäftigt, mich wieder an zu hause zu gewöhnen. Das fällt mir abwechselnd leicht und schwer. Generell kann ich aber sagen, dass ich sehr froh bin, wieder daheim zu sein.

Dennoch: Die Zeit in Neuseeland war eine der besten Zeiten meines Lebens. Ich bereue nichts und bin einfach nur so froh, dieses Abenteuer eingegangen zu sein.

Neuseeland - ein Teil von mir

Dienstag, 5. Mai 2009

Es geht zu Ende...

Einfach nur unglaublich: Die Zeit ist um - ich fliege wieder nach hause. Während ich dies schreibe sitze ich gerade am Flughafen in Auckland und warte auf das Boarding für meinen Flug nach Hong Kong.

Aber ich will jetzt nicht in Abschiedstrauer versinken, deswegen erzähle ich euch lieber schnell, wie schön meine letzten Tage hier noch waren.

Von dem Rentnerparadies Mount Maunganui nahm mich eine freundliche Kiwi aus meinem Hostel nach Taupo mit. Diese Stadt steht in einem ganz anderen Ruf als Mount Maunganui, doch dazu später mehr.
Die große Überraschung hier war, dass ich Sandra wieder traf. Nachdem wir uns in Blenheim kennen gelernt und in Wellington wieder gesehen hatten dachte sich das Schicksal wohl: "Aller guten Dinge sind drei!".
Am Mittwoch fuhren wir gemeinsam in eine Stadt, die für etwas ganz besonderes bekannt ist: Ihren Gestank. Das ist kein Witz, sondern Schwefel in der Luft. In Rotorua sind an jeder Ecke heiße Quellen, brodelnde Schlammbecken und dampfende Löcher zu finden. Gefunden haben wir dann außerdem auch noch Sebastian (ebenfalls eine Kollege aus Blenheim).
Als wir uns auf den Rückweg nach Taupo machen wollten, mussten wir aber feststellen, dass Sandra vergessen hatte die Lichter auszumachen. Dementsprechend gab der Anlass ihres alten Vans auch nur ein müdes Wimmern von sich. Ganz dem neuseeländischen "No-Worries-Lebenstil" entsprechend gingen wir einfach ins Kino, um uns erst danach Gedanken zu unserer Heimfahrt zu machen. Interessanter Weise sprang nun der Motor aber ohne Murren an. Manchmal lösen Probleme sich eben ganz von alleine.

Doch ich wollte euch noch erzählen, für was Taupo bekannt ist. Hauptsächlich schätzen es Verrückte, die sich gerne aus voll funktionsfähigen Flugzeugen stürzen um dem schnöden Adrenalindrank zu frönen: Fallschirmspringen bzw. Skydiven, wie es hier heißt.
Zunächst war das Wetter zu schlecht, doch am Donnerstagmorgen klarte es für einige Stunden auf. Eine Chance, die ich nutzte.

Angekommen am Flugplatz ging es sofort hoch her. Kurzer Empfang, einige Worte und ehe man sich versah, hatte man die Ausrüstung an, wurde mit seinem ausgebildeten Tandempartner bekannt gemacht und saß in einem Flugzeug. Dieses startete sofort und schraubte sich zügig in den Himmel empor. Nach einigen Minuten war dann die gewünschte Flughöhe erreicht: 15 000 Fuß!!!
Spätestens jetzt wurde es mir richtig mulmig zu Mute. Als ich dann fest an meinen Partner angegurtet war ging das Tor auf. Mein Herze machte einen kleinen Satz, als ich nach unten sah. Behänd kletterte der Kameramann, der den ganzen Wahnsinn filmte, über mich hinweg aus dem Flugzeug, um meinen Absprung auf Band zu bekommen. Nun musste ich zum Tor rutschen. Der Witz daran ist, dass man selbst quasi schon außerhalb des Flugzeugs ist. Nur der Tandempartner hinter mir verband mich noch mit dem Flugzeug. Noch einmal tief durchgeatmet und los ging’s!!!
WAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA
Etwas mehr als 60 Sekunden freier Fall: Der totale Adrenalinrausch. Man kann einfach nur noch schreien und lachen.
Der Kameramann flog um mich herum, um mich aus verschiedenen Perspektiven abzulichten. Ein unglaubliches Gefühl, dieses Fallen und Fallen und Fallen.
Dann verabschiedete sich der Kameramann und auf einmal wurde ich scheinbar wieder nach oben gezogen. Der Fallschirm hatte sich geöffnet und mit einem Mal wurde es still. Das laute Rauschen der vorbeisausenden Luft hörte abrupt auf und wir schwebten ruhig dahin. In einer Wolke vor uns sahen wir unseren Schatten, dann flogen wir durch sie hindurch. Wir zogen unsere Kreise dem Flugplatz entgegen.
Auf einmal waren wir wieder am Boden angekommen. Die vergangen Minuten waren wie Sekunden an mir vorbeigerauscht. Noch immer spürte ich das Adrenalin durch meinen Körper pumpen. Mehr als Lachen ging gerade einfach nicht!
Während ich langsam wieder ein Stück meiner Fassung zurück gewann, spürte ich den dringenden Wunsch, dass Video zum Sprung zu sehen. Kurz darauf bekam ich die Gelegenheit. Ich kann nur sagen, dass es das Geld Wert war!

Nach so einem Erlebnis musste ich mich natürlich erst einmal entspannen. Deswegen ging ich den restlichen Tag zusammen mit Sebastian (der jetzt auch nach Taupo kam) und Sandra entspannt an.

Allmählich wurde es aber auch Zeit für mich wieder in Auckland zu sein, denn schließlich wollte ich auch keinen Stress haben, vor solch einem langen Flug. Deswegen nahm ich einen Nachtbus und kam Freitagmorgen gegen 7 Uhr in Auckland an.
Nach ausgedehntem Shopping traf ich mich Micaela, eine Kiwi, die in Auckland studiert. Wir hatten uns im Januar am Mount Taranaki kennen gelernt und sie hatte mich damals eingeladen sie zu besuchen. Netter Weise bot sie mir auch noch die Couch in ihrem WG-Wohnzimmer an. So lernte ich dann auch gleich ihre Mitbewohner und das muntere WG-Leben kennen. Denn bei einigen Flaschen Wein und lustigen Geschichten verflog der Abend geradezu.

Auch meinen letzten Abend in Neuseeland musste ich nicht alleine verbringen, denn ich traf mich mit Ruggero, einem lustigen Italiener, den ich in Blenheim kennen gelernt hatte. Gemeinsam philosophierten wir ein wenig über das Leben in Europa und Neuseeland und warum wir so zufrieden mit unserer Reise sind – während wir Aucklands Pubs unsicher machten.

Und schon war es soweit. Mein letzter Tag in Neuseeland brach an. Neben Shopping musste ich noch einige Dinge erledigen wie zum Beispiel mein neuseeländisches Bankkonto schließen.
Ganz zum Schluss erlebte ich noch ein Paradebeispiel für Freundlichkeit der Kiwis, denn der Hostelinhaber bot mir spontan an, mich zur Haltestelle des Flughafen Busses zu fahren.

Das war es nun also. Fünf Monate habe ich in diesem Land verbracht. Es war immer gut zu mir. Wer weiß ob ich es jemals wieder sehen werde. Ich weiß aber: Vergessen werde ich es niemals!