Auf dem Weg von Whangarei nach Paihia hat es geregnet. Hinter einer Kurve auf einer Landstraße wollte ein Van rechtsabbiegen und musste dazu den entgegenkommenden Verkehr durchlassen und deswegen anhalten. Als Svende versuchte zu bremsen, blockierten dir Räder auf der rutschigen Fahrbahn. Der Van kam immer näher, ohne dass wir wesentlich langsamer geworden wären. Beim Aufprall öffneten sich aber zum Glück die Airbags und so kamen wir mit ein paar Druckstellen durch die Sicherheitsgurte davon.
Ein vorbeifahrender Neusseeländer hielt sofort an, um uns zu helfen. Als wir das Auto an den Straßenrand geschoben hatten und gecheckt hatten, dass es allen gut ging, rief er die Polizei an. Die französische Familie, die wir gerammt hatten, konnte nach ihrer Aussage mit dem etwas verbeulten Miet-Van weiterfahren. Unser Auto musste aber natürlich abgeschleppt werden. Dabei nahmen uns dir wirklich sehr sehr freundlichen Polizisten sogar noch mit, da im Abschleppwagen nicht genug Platz für uns alle gewesen wäre. In der Werkstatt wurde dann erwartungsgemäß der finanzielle Totalschaden festgestellt. Zum Glück hatte Svende überhaupt eine Versicherung, denn das ist hier keine Pflicht! Allerdings übernimmt diese nur verursachte Schäden. Somit muss Sie zwar keine Tausende von Dollars für den Schaden am anderen Fahrzeug zahlen, bekommt aber keinen Cent für ihren Nissan.
So sind wir nun ohne Auto aber dafür glücklicherweise alle weiterhin unversehrt unterwegs. Mit einem Shuttle-Bus ging es dann erstmal weiter nach Paihia.
Vor allem Svende, der das Auto gehörte, war natürlich ersteinmal am Boden zerstört. Wir anderen waren mehr geschockt und aber auch irgendwie glücklich heil davon gekommen zu sein.
Naja und wie es sonst so geht?
Gut, denn wir liesen uns durch den Vorfall nicht unsere Reise vermießen. Außerdem stand ja auch Weihnachten an!
Trotzdem mussten wir am Dienstag erst noch den ein oder anderen auf den Schrecken trinken.
Am Mittwoch versuchte ich dann irgendwie zu etwas Weihnachtsstimmung zu kommen - was nicht gerade einfach war...
Dennoch besuchte ich ein Weihnachtsfest, dass hier alle Kirchen des Ortes gemeinsam veranstaltet haben. Neben etwas Essen und Trinken gab es auch Bühnenprogramm. Insgesamt eine ganz nette Sache.
Am Abend ging ich dann auch noch in den Weihnachtsgottesdienst in der anglikanischen Kirche in der Nähe unseres Hostels. Es war wirklich interessant, die gewohnten (Lied)texte einmal auf englisch zu hören.
Am nächsten Tag, dem 25.12, der hier als eigentlicher Weihnachtsfeiertag gilt, veranstaltete unser Hostel ein gemeinsames Barbecue. Grillen an Weihnachten?!?!?! Es geht...aber ein winterliches Raclett wäre mir doch lieber gewesen...naja ich wollte es ja nicht anders ;-)
Anschließend unternahm ich mit Per und Lukas (einem Deutschen, der aus der Nähe von Frankfurt kommt und mit uns in einem Zimmer schläft) einen Wanderung zu einem nahe gelegenen Wasserfall. Die Wanderung war sehr schön, der Wasserfall dafür aber nicht sehr besonders.
Den zweiten Weihnachtsfeiertag verbrachten wir in Russel, dass man in etwa 10 Minuten mit einer Fähre erreichen kann. Hier gab es nicht nur die älteste Kirche Neuseelands zu besuchen, sondern auch noch eine Bucht mit angenehm warmen Badewasser.
Heute besichtigte ich dann den geschichtlich wohl bedeutensten Ort Neuseelands, die Treaty Grounds of Waitangi. Dieser Ort gilt als Geburtsstätte der Nation Neuseeland, denn hier entstand ein Vertrag, der Neuseeland zwar als unabhängige Nation deklarierte, gleichzeitig aber auch unter die Kontrolle der britischen Krone stellte. Unterzeichnet wurde er auch von vielen der Maori-Stammesführern, um eine drohende Inanspruchnahme durch Frankreich zu verhindern.
Weitere Bilder habe ich für euch hier ins Northland-Album hochgeladen. Viel Spaß beim Anschauen!
Jetzt wollen wir ersteinmal kochen und dann unseren Abschied feiern. Denn morgen trennen sich unsere Wege: Während die drei anderen noch eine Nacht länger bleiben, werde ich Sasis Großtante und Großonkel besuchen gehen, bevor es dann weiter nach Auckland geht, wo ich dann Anna, Steffen und Sven erwarte und mich mit ihnen auf Silvester freue!
Ich hoffe ihr hattet alle eine schöne Weihnachtszeit!
Für den Start ins neue Jahr wünsche ich euch alles alles gute!!!!
