Meine Reise


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Freitag, 27. März 2009

Big Family-Life

Weiter ging die Arbeit mit und für meine WWOOFing-Gastgeber in Motueka. Ihr Haus wurde immer mehr ein zu hause für mich - womit Pipi und Claude offensichtlich auch kein Problem hatten :-).
Seit Samstag ist das Family-Life hier sogar noch bigger geworden: Dimitris (geboren und aufgewachsen in Bahrain – eine Insel vor Dubai, bezeichnet sich aber selbst aufgrund seiner Abstimmung als zyprisch) ist nun auch hier am WWOOFen. Gemeinsam haben wir unter anderem einen alten Kamin im Haus abgerissen - eine dreckige aber spaßige Arbeit!
Zusammen fuhren wir auch zu einer nahe gelegenen Quelle in der wir den Sprung in den so genannten „Cristal Pool“ wagten, der tatsächlich kristallklar und *****kalt war.
Ach, das wichtigste hätte ich ja fast vergessen: Ich habe einen neuen Angelversuch gestartet. Dieses Mal sogar mit Erfolg. Allerdings war der fisch ungefähr so groß wie eine Zigarette…wie der es auf meinen großen Haken geschafft hat ist mir ein Rätsel. Das macht aber auf jeden Fall Hoffnung auf mehr ;-) !!!

Ansonsten war ich am Planen der nächsten 3 Wochen, denn ich darf mich über hohen Besuch freuen: Mein Bruderherz nimmt die tausenden Flugmeilen und -stunden auf sich um mich und Neuseeland zusammen zu sehen. Der Mietwagen steht bereit, unser erstes Hostel ist bereits gebucht, jetzt müssen wir es nur noch beide nach Christchurch schaffen.
Deswegen werde ich nun, nach dieser ungewöhnlich langen Zeit an einem Fleck, meine Zelte abbrechen und mal wieder den Daumen in den Wind halten.

Meine Zeit hier werde ich aber auf jeden Fall in bester Erinnerung behalten. Und vielleicht schaffen es Markus und ich sogar, der netten Einladung zu folgen und hier noch einmal vorbeizuschauen.

Donnerstag, 19. März 2009

Meine Karriere als Haushälter

Ein bisschen Kochen, ein bisschen putzen, ein bisschen Kinder hüten, ein bisschen Gartenarbeit und vieles mehr - meine Arbeit ist vielfältig und abwechslungsreich. Die WWOOFing-Stelle hier in Motueka ist wirklich ganz anders als meine letzte auf der Nordinsel, vor allem aber ganz anders als die Arbeit in den Weinfeldern. Und vor allem macht es ehrlich gesagt Spaß, sich um den Haushalt zu kümmern. Ich sehe es als eine Art Training für die Zeit wenn ich meine eigene Wohnung haben werde.

Doch auch von der Zeit bevor ich meine Arbeit hier begann, gibt es noch einiges zu erzählen!

Wiedervereinigung! Svende, Per und Tom (meine Reisegefährten der ersten Wochen in Neu- seeland) verdienen gerade ihr täglich Brot als Birnen- pflücker in der Nähe von Nelson. Die Gelegenheit ließen wir natürlich nicht aus und trafen uns einige Male. Die drei sind mittlerweile sogar wieder mobil, denn Tom hat einen Teil seiner Ersparnisse in ein Auto investiert: wieder einmal ein Nissan. In memoriam an unseren Unfall war es dann schon ein merkwürdiges Gefühl wieder zusammen darin durch die Gegend zu fahren – aber auch ein großer Spaß :-) !!!

Auf dem Weg zu meiner WWOOFing-Familie wartete dann noch ein besonderes Erlebnis auf mich: Eine Theologiestudentin namens Kate, die ich in der Bücherei von Nelson kennen gelernt habe, nahm mich mit zum Sonntagsgottesdienst einer alternativen Kirche. Das ganze war wirklich sehr interessant und locker. Am Anfang erinnerte es mich mehr an ein Pop-Konzert, denn an einen Gottesdienst. Überhaupt war alles sehr jugendfreundlich gestaltet. Im Anschluss hatte ich dann noch ein paar sehr interessante Gespräche und wurde von Kate sogar nach Motueka gefahren!

Der erste Eindruck von meinen Gastgebern und ihrem Heim war schon ein mahl grandios. Sie hatten mir am Telefon bereits angekündigt, dass es sein könne, dass niemand zu hause ist, wenn ich komme. Da sie aber ihr Haus niemals abschließen, sei das kein Problem. Ich solle es mir einfach gemütlich machen.
Als ich durch das Gartentor gegangen war, fing sofort ein Hund an zu bellen. Das musste dann also Pipi sein, die angeblich nur bellt aber niemals beißt und einfach nur eine sehr freundliche Hündin ist. Und tatsächlich wurde ich nicht angefallen sondern mit großen Augen und wedelndem Schwanz angeschaut, als ich die Haustür öffnete.
Nachdem ich einige Zeit gewartet hatte, kamen Tina, die als Bibliothekarin arbeitet, und Josh (ich nenne sie jetzt einfach mal Gastmutter und Gastbruder) herein und begrüßten mich freundlich. Später kamen dann auch noch Greg, der als Bauarbeiter für Einkommen sorgt, und Shanty (Gastvater und Gastschwester) dazu. Ach und fasst hätte ich Claude vergessen, den etwas in die Jahre gekommen Hauskater, der es sich sofort auf meinen Sachen bequemmachte und eindöste :-) !

Bevor ich aber mit der Arbeit voll durchstartete stand erst noch ein ganz besonderes Erlebnis auf dem Programm: Der Abel Tasman National- park, ein kleines Stück nördlich von Motueka.
Montag- morgen machte ich mich mit dem Bus an das Nordende des Küstenwanderweges - einer der so genannten „Great Walks“ Neuseelands - auf. Bis Mittwochabend legte ich einige Kilometer zurück und wurde am Südende von Greg abgeholt, der gerade in der Gegend arbeitete.
Für alles was dazwischen lag, fehlen mir gerade die Worte. Atemberaubend? Fantastisch? Wunderschön? Alles das zusammen und noch mehr. Ich schlage vor ihr schaut euch einfach die Bilder an, denn die sagen ja bekanntlich mehr als tausend Worte. Vorsicht! Es besteht die Gefahr alles andere um einen herum zu vergessen!

Nachdem ich mich dann von all dem Wandern ein wenig erholt hatte startete ich Donnerstag mit der Arbeit. Die machte und macht, wie oben schon erwähnt, Spaß und ich genieße es wirklich hier, bei diesen unglaublich freundlichen und herzlichen Menschen zu sein. Tina und Greg sind immer für ein interessantes Gespräch zu haben, danken mir für meine Arbeit und laden mich auch gerne mal auf ein Bierchen ein.
Am Sonntag nahm Greg mich sogar auf eine kleine Expedition mit einem seiner Freunde in ein einsames Flusstal hier in der Gegend mit.

Wer der Bilder bis jetzt noch nicht überdrüssig ist, für den gibt es in diesem Album übrigens noch ein paar neue.

Soweit so gut! Die weiteren Aussichten: Schau’ma mal… Vorerst, werde ich aber in Motueka bleiben und das Familienleben genießen.

Freitag, 6. März 2009

Fernweh

ja ihr lest richtig. Mich hat das Fernweh gepackt!
Wie ich das in Neuseeland geschafft habe? Ich war einfach eine halbe Ewigkeit am selben Fleck: Blenheim.

Aber halt, ich muss euch noch einiges vorneweg erzählen.
Z.B. von Samstagabend, als Steffen, Sven und ich uns zusammen mit einigen anderen Backpackern ins Nachtleben von Blenheim stürzten. Als die Stimmung gegen 3 Uhr morgens jedoch gerade am besten war, schloss der Club, in den wir uns verlaufen hatten. Im allgemeinen Geplänkel am Eingang lernten wir dafür dann unsere Rettung kennen: Die Managerin und eine Bedienung aus einer nahe gelegenen Bar, dem „Dolce“. Spontan, wie das Leben hier eben ist, wurden wir doch wirklich auf ein paar Drinks in das (seit mindestens 3 Stunden geschlossene) Dolce eingeladen! Doch jetzt kommt das Beste: Die (sehr gut ausgestattete) Bar führte doch tatsächlich Hefeweizen! Zwar war es ein neuseeländisches, das nicht ganz mit Erdinger und Co mithalten kann – aber hey! Hefeweizen! :-)

Nach so einer erlebnis- reichen Nacht, war uns natürlich erst einmal nach Ruhe zu Mute. Deswegen unternahmen Sven, Steffen und ich am Sonntag nur einen kleinen, aber dafür unglaublich ergebnislosen Angelausflug. Außer Tonnenweise Seetang hatten wir nicht viel am Haken. Na ja, zumindest die Landschaft war schön.

Die nächsten fünf Tage rackerte ich dann wieder auf den Weinfeldern: Auf dem Programm stand weiterhin Fruit-Thinning (Weinrispen herausschneiden) und Netting (die Weinreben zum Schutz vor Vögeln mit Netzen überziehen). Zunehmend gab mir mein Körper aber zu verstehen, dass diese Arbeit nicht das Richtige für mich ist. Starke Rückenschmerzen und Entzündungen an den Händen durch die Säure im Fruchtsaft begünstigten mein Fernweh ungemein.

Am Sonntag war es dann soweit. Ich verabschiedete mich von all den Leuten in meinem Hostel, die ich in der Zeit hier in Blenheim wirklich lieb gewonnen hatte, und machte mich auf gen Westen nach Nelson.
Dieses Mal musste ich übrigens ungewöhnlich lange (etwa 1,5 Stunden) beim Trampen warten. Der Typ, der mich dann mitgenommen hat, war dann auch der erste, der bis jetzt Geld von mir wollte. Dafür fuhr er aber auch richtig schlecht Auto…und konnte kaum Englisch, obwohl er wohl schon seit Jahren in Neuseeland lebt.

Zur Beruhigung nach dieser sehr „abenteuer- lichen“ Autofahrt, verabredete ich mich mit Steffen und Sven (die schon einige Tage in Nelson waren) zum Fischen. In altbewährter Tradition fingen wir natürlich nichts, verloren dafür aber zwei Haken.

Da ich mich offensichtlich als Fischer nicht in Neuseeland durchschlagen könnte, dachte ich mir, es wäre keine schlechte Idee, in Nelson nach Arbeit zu schauen. Gerne hätte ich in einem der vielen Cafés, Restaurant oder einer Bar gearbeitet. Leider stellte sich dass aber als schwieriger als gedacht heraus. Denn obwohl ich in den nächsten zwei Tagen das ganze Stadtzentrum abklapperte und viele Lebensläufe verteilte habe ich bis heute noch keine Rückmeldung erhalten. Die Wartezeit habe ich übrigens teilweise mit weiteren erfolglosen Angelversuchen verbracht.

Derart bestätigt in meiner Ansicht, dass es mit dem Lebens- unterhalt als Fischer eher schlecht aussieht beschloss ich einfach mein Geld mit Biertrinken zu verdienen.
Nein natürlich nicht! An dem Abend an dieses Bild entstand habe ich nur zwei gute alte Freunde getroffen: Die beiden Kieler-Jungs Lukas und Jonas, die ich das letzte Mal in Auckland gesehen habe. Bei all den Erzählungen, lustigen Geschichten und peinlichen Erlebnissen musste dann natürlich auch das ein oder andere Bierchen sein…

Aber vom Biertrinken alleine werden ja bekanntlich auch keine Probleme gelöst. Deswegen habe ich mich hinter das Telefon geklemmt und viele der eingetragen WWOOFing-Hosts (zur Erinnerung: Willing Workers On Organic Farms) in der Gegend um Nelson angerufen. Schließlich hatte ich Glück bei einer Familie, die Hilfe um und an ihrem Haus sucht und außerdem noch zwei Kinder hat, die betreut werden wollen. Sowohl sie als auch er machten am Telefon einen sehr netten Eindruck und anscheinend habe auch ich ihnen zugesagt. So werde ich wohl Mitte nächster Woche Arbeit, Unterkunft, Verpflegung und hoffentlich sehr nette Menschen in Motueka, einige Kilometer westlich von Nelson, vorfinden.

Bis dahin werde ich noch einige Nächte in meinem brandneuen Zelt verbringen und vielleicht sogar den ein oder anderen Angelversuch starten.

Spezielle Grüße übrigens außerdem noch an dieser Stelle an meine liebe Mutter: Ich kann jetzt den ultimativen Beweis erbringen, dass ich fähig bin auf mich selbst aufzupassen: Ich habe einen Hosenknopf angenäht! Und der hält schon ganze zwei Tage! (wann ich die Hose das letzte Mal gewaschen habe verschweige ich lieber ;-) )

Gerne würde ich meinen Bericht jetzt beschließen mit einem Bild des sooooooo großen Fisches, den ich heute noch aus dem Meer gezogen habe. Da das leider nicht geht, ich aber gerne noch alle bestrafen will, die gerade gelacht haben bezüglich des Fisches, gibt es jetzt einfach noch einen traumhaften Sonnenuntergang :-)