Meine Reise


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Sonntag, 25. Januar 2009

Das Wandern ist des Andys Lust…

Nicht einmal 2 Monate da und schon abhängig!
Die Rede ist zu Glück weder vom Rauchen noch sonstigen Vergehen gegen den eigenen Körper. Dafür
habe ich in Neuseeland meine Leidenschaft fürs Wandern entdeckt!
Durch die kleineren Küstenwanderwege und vor allem das Tongariro Crossing kam ich auf den Geschmack. Deswegen hatte ich beschlossen nach meinem Farmaufenthalt zum Egmont Nationalpark zu reisen, anstatt direkt nach Wellington zu fahren.

Da ich (wie im letzten Eintrag erwähnt) erst einmal Lust auf ein paar Menschen um mich herum hatte, war mein vorläufiges Ziel New Plymouth, ganz im Westen der Nordinsel. Die Stadt ist zwar keine Schönheit, dafür aber dank reichen Gasvorkommens relativ wohlhabend, weswegen sie sich solchen Luxus wie ein kostenloses Museum und eine moderne Bibliothek (mit gratis Internetzugang!!!) leistet. Es tat gut wieder einmal Stadtluft statt Schafska*** zu schnuppern. Außerdem konnte ich hier gut und günstig Einkaufen und Informationen zum Egmont Nationalpark einholen.

Die ganze Gegend hier wird dominiert vom alles überragenden Mount Taranaki, der im Herzen des Nationalparks auf über 2500m ü.NN emporragt. Leider ist er oft hinter Wolken versteckt, dafür werden diese dann aber von starken Seewinden auch schnell wieder weggeblasen.

Nach einer Nacht brach ich schon wieder die Zelte in New Plymouth ab, um nach Egmont Village zu fahren. Dies
es kleine Kaff ist das Tor zum Nationalpark und praktischer Weise mit einem Hostel bestückt.
Hier lernte ich dann auch sehr schnell einige Leute kennen, da alle sehr aufgeschlossen und hilfsbereit waren - wie es sich eben unter Wanderern gehört! So nahm mich dann gleich am ersten Morgen das super nette Ehepaar Ursula und Peter (Nein! Ausnahmsweise keine Deutschen - aber fast, es sind Schweizer ;-) ) zum North Egmont Visitor Center, auf etwa 1000m ü.NN , mit.
Von hier aus starteten wir zum Gipfel des Mount Taranaki. Die Wettervorhersage war nahezu perfekt und tatsächlich war der Himmel über dem Nationalpark wolkenfrei. Während des Aufstieges tauchte aber auf einmal eine kleine Wolke am Bergauf. Wir dachten uns nichts weiter dabei, aber 15 Minuten später war der Gipfel auf einmal nicht mehr zu sehen! Aufgeben wollten wir aber nicht, auch wenn in unserem Hostel eine nette Liste hängt, die alle tödlich verunglückten Bergsteiger am Mount Taranaki aufzählt.
Wir kletterten weiter hinauf, durch die Wolken hindurch. Kurz vor dem Gipfel durchstießen wir die Wolkendecke: Ein fantastischer Anblick! Während des Aufstieges wurde es natürlich immer kälter und so liefen wir tatsächlich bald über Eis bzw. festgefrorenen Schnee. Gegen Mittag erreichte ich die Spitze: 2518m und ich habe sie bezwungen - ein überwältigendes Gefühl.

Dementsprechend müde war ich dann allerdings auch am Abend. Doch die nächste Tour stand schon fest. Zunächst stand allerdings erst einmal ein Tag Ruhepause fest.

Am Freitag nahm mich dann wieder ein freundliches Ehepaar, zwei Briten namens Marie und Fred, mit zum Visitor Center. Dieses Mal war ich alleine auf einem Rundweg namens „Pouakai Circuit“ unterwegs. Und mit alleine meine ich auch alleine: Während des gesamten Weges begegneten mir gerade einmal drei Menschen.
Dieser Track bewegt sich zwar nicht auf solchen Höhen, wie die Gipfelbesteigung, dafür ist er aber wesentlich länger und geht ständig bergauf und bergab. Unterwegs erreichte ich unter anderem einen traumhaften Wasserfall, den ich sogar für ein kleines Bad (unglaublich kalt!!!) nutzte. Nach acht Stunden wunderbaren Wanderns erreichte ich mein vorläufiges Ziel: Mein Nachtlager, die „Pouakai Hut“. Zwar darf man hier keinen Luxus erwarten (Plumsklo neben der Hütte, Wasserversorgung durch Regenwasser und einzige Lichtquelle ist eine Kerze), dafür empfand ich aber die Übernachtungskosten von 15 NZ$ für sehr angemessen, wenn man bedenkt, dass die Konkurrenz dort oben eher gering ist und die Errichtung und Instandhaltung wegen der Abgeschiedenheit schwierig sein dürfte. Abenteuerlich, etwas gruselig und wunderbar zu gleich war, dass ich die Nacht dort mutterseelenallein verbringen durfte.
Das ungelöste Rätsel der Nacht: Am Abend habe ich mich draußen Am Wasserhahn mit einem Stück Seife gewaschen, das dort lag. Am nächsten morgen war es nicht mehr da. Ein Fall für die X-Akten!
In der Nähe der Hütte genoss ich außerdem sowohl Sonnenunter- als auch Sonnenaufgang - einfach berauschend schön.
Heute ging es dann noch einmal 5 Stunden weiter, bis ich endlich wieder das Visitor Center erreichte. Das Wandern hatte mich ordentlich geschlaucht. Ich war deshalb sehr froh, dass mich - nach meinen wohlverdienten Sieger-Eis - zwei Kiwis zurück zum Hostel nahmen. Nach einer Dusche und eine Tasse Kaffee sah hier die Welt dann schon wieder anders aus. Dennoch werde ich jetzt wohl erst einmal etwas entspannen.

In Gedanken bin ich aber irgendwie immer noch dort oben, in den Bergen…und am planen für meine nächste Wanderung - vielleicht auf der Südinsel?!?!? Wer weiß, wer weiß…

P.S: ich habe neue Bilder im Central-Northisland-Album hochgeladen. Was haltet ihr außerdem von der Landkarte? Kritik, Lob und Verbesserungsvorschläge bitte einfach als Kommentar hinterlassen oder mir mailen. Alternativ könnt ihr mir auch einen Brief oder eine Flaschenpost schreiben - dürfte beides ungefähr gleich lange brauchen ;-P .

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