Meine Reise


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Sonntag, 18. Januar 2009

Neuigkeiten vom Bauernhof

Ich öffne die Augen und schaue aus dem Fenster: Der Himmel ist blau, ein Huhn läuft vorbei, in der Ferne höre ich Schafe blöken und draußen tapst Shibby der Haushund herum. Nein, es ist nicht Kemnat (kleiner Insider für alle aus Stuggitown). Ein neuer Tag auf der Ridgewood Farm beginnt.
Wie bereits beim letzten Mal versprochen, hab ich mir Arbeit gesucht. Ungefähr auf halber Strecke von Taupo nach Wellington liegt das verschlafene Nest Marton. Hierher hat mich ein freundlicher Engländer mitgenommen, den ich meinem letzten Hostel kennen gelernt habe und der auf dem Weg nach Wellington war. Von Marton aus holte mich dann meine neue Arbeitgeberin, Gay, ab. Ja, auch ich habe mich über ihren Namen etwas gewundert, aber es scheint ein normaler englischer Vorname zu sein. Nach ein paar Einkäufen brachte sie mich zu ihrem Grundstück, noch einmal 20 Minuten außerhalb von Marton…also quasi Mitten im Nirgendwo.

Hier gings dann auch gleich los mit den ersten Arbeiten: Wäsche aufhängen, helfen die Schafe einzutreiben und zu sortieren, Löcher buddeln, Streichen, den Haus-Pfau Rogy füttern und vor allem Tonnen von Holz bewegen und einlagern.
Das klingt jetzt zwar vielleicht etwas eintönig und langweilig, war es aber überhaupt nicht. Ich habe viel dazu gelernt und es ist einfach die perfekte Abwechslung nach all dem Sightseeing der letzten Wochen. Dazu kommt noch einiger Luxus, den ich schon länger nicht mehr hatte: Ein Zimmer nur für mich alleine, ein eigenes Badezimmer, Butter, mehrere Marmeladen, eine Spülmaschine… Ihr könnt euch also vorstellen, dass ich die Tage hier ganz gut ausgehalten habe.

Nur zweimal hatte ich wirkliche Probleme:
Während ich mittwochs damit beschäftigt war Holzscheite auf einen Anhänger zu laden bin ich ausgerutscht und etwas ungünstig auf meinem linken Fuß gelandet. Ich hatte sofort stechende Schmerzen ums Knie herum und dachte schon ich hätte mir etwas gebrochen. Zum Glück war es aber nur ein Band, das ich überdehnt habe. Mittlerweile kann ich aber wieder völlig normal laufen und spüre die Verletzung kaum noch.
Donnerstag Abend sind wir noch einmal nach dem Abendessen los, um bei einer benachbarten Farm (also so 7 km weit weg ;-) ) Heu für den Winter abzuholen. Das Aufladen und Einlagern war zwar nicht sehr anstrengend, dafür kam mein Heuschnupfen hier leider voll zur Geltung. Es war wohl die bisher stärkste Attacke, die ich hatte. So fiel mir sogar das Atmen schwerer, weil sich die Symptome auf die Bronchien ausgeweitet hatten. Als ich aber geduscht hatte und mir frische Sachen anziehen konnte, war es zum Glück schnell vorbei mit dem Spuck.

Ansonsten lief aber alles glatt. In der Regel habe ich (mit ausgiebiger Mittagspause) von 9 Uhr bis 6 Uhr gearbeitet. Eigentlich ist das mehr als von einem WWOOFer (ihr erinnert euch: Willing Worker On Organic Farms) verlangt wird, dafür habe ich hier aber auch einige Vorzüge genießen dürfen, die laut meiner Gastgeberin nicht jeder hatte, der hier gearbeitet hat. So durfte ich z.B. den Internetzugang nutzen, das Telefon benutzen und mich im hauseigenen Massagesessel entspannen.

Alles in allem kam ich mit meiner Gastgeberin gut aus. Manchmal kam sie mir zwar etwas zu direkt und barsch vor, aber das bringt wohl das Leben alleine auf einer Farm so mit sich.

Das Fazit: Es hat sich definitiv gelohnt eine kleine Auszeit zu nehmen, bodenständige Arbeit zu verrichten und das Leben auf einer Farm kennen zu lernen.
Aber: Ich freue mich jetzt auch wieder auf ein paar andere Menschen um mich herum und die Vorzüge, die es mit sich bringt im Umkreis von 5 km mehr als nur ein Hühnerhaus zu haben.
Deswegen werde ich am Montag zurück in die große weite Welt kehren - ohne meine Zeit hier zu vergessen.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Andyyyyy, oh man wie geil.
Also, ich hab mir jetzt zum ersten Mal so richtig Zeit genommen in meinem Bettchen am Samstag Vormittag um deinen Blog und all deine Berichte zu verfolgen. Ich bin begeistert! Ich wusste vorher schon, dass Neuseeland mein Traumland ist, aber jetzt noch mehr. Erstmal ein "Hoch" auf deine teilweise doch sehr schön poetischen Berichte und die Fotos. Das klingt doch alles sehr spannend und ich merke jetzt nochmehr, dass ich doch eher die Weltenbummlerin werden will, als daheim zu sitzen. Du hast doch ein total anderes Leben als ich, das einzige was uns verbindet ist, dass wir beide weeit weg sind vom Schwabe Ländle sind. Aber das ist super!
Jetzt freu ich mich sehr auf weitere Einträge. Wenn du dann mal nix zu tun hast und Internet, dann kannst ja auch auf meiner Homepage mal wieder vorbei schaun.

Ich drück dich gaaanz dolle und denk an dich.
Küssle von deiner Jo

Anonym hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.