…darf man zwar nicht wählerisch sein…
…aber wehren sollte man sich schon!
Während ich weiterhin glücklich und zufrieden für Lex, meinen neuen Contractor, arbeitete, wartete ich schon gespannt auf Samstag. Denn an diesem Tag sollte Methew, mein alter Arbeitgeber, den Lohn für die vorherige Woche überweisen. Auch wenn es mich wenig überraschte, so versetzte es mich doch in Rage: Anstatt den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn zu zahlen, hatte er die angekündigten 10 Cents pro Pflanze überwiesen! Für die 26 Stunden, die ich für ihn gearbeitet habe, hätte er mir 269,57 NZD bezahlen müssen. Auf meinem Konto fand ich dagegen 192,70 NZD von ihm. Ähnlich sah es bei Eduardo und Clodagh aus, die beide für ihn gearbeitet hatten und in meinem Hostel wohnen. Nachdem wir uns abgesprochen und alle zahlen gecheckt hatten riefen wir ihn an. Natürlich stritt er alles ab und behauptete, wir hätten nicht so viele Stunden für ihn gearbeitet. Da wir aber nicht locker ließen, versprach er seine Zahlungen zu überprüfen und sich am Sonntag wieder zu melden.
Da ich von Sonntag bis Donnerstag Blenheim verlassen habe (dazu später mehr) und Methew sich immer noch im Recht fühlte (odes es zumindest vorgab), vereinbarte Clodagh mit ihm, dass wir Donnerstag zu ihm kommen würden um alles zu besprechen.
So machten Clodagh und ich uns dann am Abend zu ihm auf, während Eduardo es vorzog im Hostel zu bleiben, da er meinte mit seinen geringen Englischkenntnissen nichts ausrichten zu können. Methew versuchte sich mit den gleichen Begründungen, wie schon am Samstag herauszureden. Er versuchte sogar uns ein schlechtes Gewissen einzureden, indem er versprach seinen Vorarbeiter, einen armen Iraker und Kriegsflüchtling, zu entlassen, weil er an allem Schuld sei, falls wir tatsächlich mehr Geld bekommen sollten. Schlussendlich vertröstete er uns auf den nächsten Tag, weil er sich zunächst mit seinem Anwalt beraten müsste.
Unglaublich aber wahr: Am Freitag hatte Clodagh sogar 4$ mehr als das geforderte Geld auf ihrem Konto. Ich konnte am Samstag immerhin nur einen Dollar weniger als gefordert vorfinden. Nur Eduardo ging lehr aus. Dafür kann er nun aber Methew beim Department of Labour anzeigen, was er wohl am Montag versuchen wird – mit freundlicher Unterstützung unserer Hostel-Mutter Jelka, die uns immer mit Rat und Tat zur Seite steht.
Schlussendlich scheint es sich also wirklich gelohnt zu haben, dass wir für unser Geld gekämpft haben. Vor allem hoffe ich, dass Methew in Zukunft genauer darauf achtet, wie er Backpacker bezahlt!
Doch nun vom stressigen zum angenehmen Teil, vom Nervigen zum Relaxten, von Blenheim nach Christchurch:
Sonntagvormittag packte ich seit langem einmal wieder meine Sachen zusammen und machte mich mit einen „Christchurch-Schild“ bewaffnet trampender Weise Richtung Süden auf. Erschwert wurde mir das ganze allerdings durch die Spuren, die die vorangegangene Nacht hinterlassen hatte: Steffen und Sven hatten sich nämlich mittlerweile ebenfalls in Blenheim eingefunden und so stürzten wir uns zusammen mit einigen anderen Backpackern aus meinem Hostel ins Nachtleben der Weinmetropole. An dieser Stelle lasse ich wohl am besten einfach ein paar Punkte stehen … ;-)
Trotzdem gelang es mir relativ einfach freundliche Kiwis zu finden, die mich mitnahmen. Geschockt war ich allerdings, als mir mein erster Fahrer erzählte, dass er eigentlich gar keinen Führerschein mehr hat, weil die Polizei ihm den selbigen abgenommen hat.
Dennoch erreichte ich wohlbehalten die inoffizielle Hauptstadt der Südinsel und fühlte mich gleich wohl, dank eines herzlichen Empfangs: Anna und ich hatten beschlossen ihre letzte Tage in Neuseeland gemeinsam in Christchurch zu verbringen und netter Weise hatte sie sich schon um alles gekümmert und das Essen schon fast auf dem Tisch als ich ankam :-) !
In den folgenden Tagen machten wir die Stadt unsicher, schwelgten in Erinnerungen an unser Reisen - aber auch an unsere Mutterstadt und die Leute, die daheim auf uns warten. Das war schon ein komisches Gefühl: Mir wurde zwar bewusst, wie viel ich in diesem wunderbaren Land schon erlebt habe, aber auch, dass ich hier nicht ewig bleiben werde und dass das auch gut so ist. Denn ich vermisse einfach vieles, was ich all die Jahre einfach als völlig normal hingenommen habe – nicht nur, aber natürlich auch den Komfort ;-). Doch auch ganz simpel mein Heimatland - oder zumindest Europa, mit all seinen Vorzügen, die man wohl erst am anderen Ende der Welt schätzen lernt und vieles, vieles mehr…
Anna und ich hatten eine wunderschöne Zeit, die uns auch das überwiegend nass-kalte Wetter nicht vermiesen konnte. Shoppen stand genauso auf dem Programm wie die eindrucksvollen botanischen Gärten, ein chinesisches Lampionfest, klassisches Sightseeing und natürlich ein Car-B-Q mit fast allen Hostelbewohnern. Nein, das ist kein Tippfehler, sondern eine geniale Idee des autoverrückten Inhabers des gemütlichen Hostels, dass Anna für uns gebucht hatte :-).
Als besonderer Bonus kam dann auch noch Per gerade nach Christchurch.
Doch auch die schönste Zeit ist irgendwann vorüber: Am Donnerstag ging Annas Flieger nach Australien, wo sie nun noch einige Tage verbringen wird, bevor sie in unsere geliebte Neckar-Metropole heimkehren wird.
Anna, ich möchte dir noch einmal dafür danken, dass du sowohl deine ersten als auch deine letzten Tage in Neuseeland mit mir verbracht hast! Ich finde beide Male war es wirklich eine hammer Zeit, an die ich mich immer gerne erinnern werde!
Zurück in Blenheim, konnte ich zwar wegen des schlechten Wetters nicht wie beabsichtig direkt weiterarbeiten, dafür war es aber ein Gefühl des „Heimkommen“, als ich die Stadt und vor allem das Hostel erreichte. Ich habe hier einfach schon so viel Zeit verbracht, wie an keinem anderen Ort in Neuseeland und fühle mich ausgesprochen wohl bei den netten Backpackern, die in meinem Hostel wohnen. Das tröstet auch - zumindest jetzt noch - über die eingeschränkten Möglichkeiten in Blenheim hinweg. Die Stadt ist einfach relativ klein, nicht sehr schön und hat kaum Freizeitangebot.
Umso mehr freut man sich dann aber über nette Abende, wie z.B. unser kleines Grillfest am Freitagabend.
Zum Rest meines Wochenendes und zur sehnsüchtig erwarteten Plackerei im Weinfeld gibt es bald mehr.
Bis dahin gibt es aber wieder einmal ein paar neue Bilder. Viel Spaß beim Anschauen!
…aber wehren sollte man sich schon!
Während ich weiterhin glücklich und zufrieden für Lex, meinen neuen Contractor, arbeitete, wartete ich schon gespannt auf Samstag. Denn an diesem Tag sollte Methew, mein alter Arbeitgeber, den Lohn für die vorherige Woche überweisen. Auch wenn es mich wenig überraschte, so versetzte es mich doch in Rage: Anstatt den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn zu zahlen, hatte er die angekündigten 10 Cents pro Pflanze überwiesen! Für die 26 Stunden, die ich für ihn gearbeitet habe, hätte er mir 269,57 NZD bezahlen müssen. Auf meinem Konto fand ich dagegen 192,70 NZD von ihm. Ähnlich sah es bei Eduardo und Clodagh aus, die beide für ihn gearbeitet hatten und in meinem Hostel wohnen. Nachdem wir uns abgesprochen und alle zahlen gecheckt hatten riefen wir ihn an. Natürlich stritt er alles ab und behauptete, wir hätten nicht so viele Stunden für ihn gearbeitet. Da wir aber nicht locker ließen, versprach er seine Zahlungen zu überprüfen und sich am Sonntag wieder zu melden.
Da ich von Sonntag bis Donnerstag Blenheim verlassen habe (dazu später mehr) und Methew sich immer noch im Recht fühlte (odes es zumindest vorgab), vereinbarte Clodagh mit ihm, dass wir Donnerstag zu ihm kommen würden um alles zu besprechen.
So machten Clodagh und ich uns dann am Abend zu ihm auf, während Eduardo es vorzog im Hostel zu bleiben, da er meinte mit seinen geringen Englischkenntnissen nichts ausrichten zu können. Methew versuchte sich mit den gleichen Begründungen, wie schon am Samstag herauszureden. Er versuchte sogar uns ein schlechtes Gewissen einzureden, indem er versprach seinen Vorarbeiter, einen armen Iraker und Kriegsflüchtling, zu entlassen, weil er an allem Schuld sei, falls wir tatsächlich mehr Geld bekommen sollten. Schlussendlich vertröstete er uns auf den nächsten Tag, weil er sich zunächst mit seinem Anwalt beraten müsste.
Unglaublich aber wahr: Am Freitag hatte Clodagh sogar 4$ mehr als das geforderte Geld auf ihrem Konto. Ich konnte am Samstag immerhin nur einen Dollar weniger als gefordert vorfinden. Nur Eduardo ging lehr aus. Dafür kann er nun aber Methew beim Department of Labour anzeigen, was er wohl am Montag versuchen wird – mit freundlicher Unterstützung unserer Hostel-Mutter Jelka, die uns immer mit Rat und Tat zur Seite steht.
Schlussendlich scheint es sich also wirklich gelohnt zu haben, dass wir für unser Geld gekämpft haben. Vor allem hoffe ich, dass Methew in Zukunft genauer darauf achtet, wie er Backpacker bezahlt!
Doch nun vom stressigen zum angenehmen Teil, vom Nervigen zum Relaxten, von Blenheim nach Christchurch:
Sonntagvormittag packte ich seit langem einmal wieder meine Sachen zusammen und machte mich mit einen „Christchurch-Schild“ bewaffnet trampender Weise Richtung Süden auf. Erschwert wurde mir das ganze allerdings durch die Spuren, die die vorangegangene Nacht hinterlassen hatte: Steffen und Sven hatten sich nämlich mittlerweile ebenfalls in Blenheim eingefunden und so stürzten wir uns zusammen mit einigen anderen Backpackern aus meinem Hostel ins Nachtleben der Weinmetropole. An dieser Stelle lasse ich wohl am besten einfach ein paar Punkte stehen … ;-)
Trotzdem gelang es mir relativ einfach freundliche Kiwis zu finden, die mich mitnahmen. Geschockt war ich allerdings, als mir mein erster Fahrer erzählte, dass er eigentlich gar keinen Führerschein mehr hat, weil die Polizei ihm den selbigen abgenommen hat.
Dennoch erreichte ich wohlbehalten die inoffizielle Hauptstadt der Südinsel und fühlte mich gleich wohl, dank eines herzlichen Empfangs: Anna und ich hatten beschlossen ihre letzte Tage in Neuseeland gemeinsam in Christchurch zu verbringen und netter Weise hatte sie sich schon um alles gekümmert und das Essen schon fast auf dem Tisch als ich ankam :-) !In den folgenden Tagen machten wir die Stadt unsicher, schwelgten in Erinnerungen an unser Reisen - aber auch an unsere Mutterstadt und die Leute, die daheim auf uns warten. Das war schon ein komisches Gefühl: Mir wurde zwar bewusst, wie viel ich in diesem wunderbaren Land schon erlebt habe, aber auch, dass ich hier nicht ewig bleiben werde und dass das auch gut so ist. Denn ich vermisse einfach vieles, was ich all die Jahre einfach als völlig normal hingenommen habe – nicht nur, aber natürlich auch den Komfort ;-). Doch auch ganz simpel mein Heimatland - oder zumindest Europa, mit all seinen Vorzügen, die man wohl erst am anderen Ende der Welt schätzen lernt und vieles, vieles mehr…
Anna und ich hatten eine wunderschöne Zeit, die uns auch das überwiegend nass-kalte Wetter nicht vermiesen konnte. Shoppen stand genauso auf dem Programm wie die eindrucksvollen botanischen Gärten, ein chinesisches Lampionfest, klassisches Sightseeing und natürlich ein Car-B-Q mit fast allen Hostelbewohnern. Nein, das ist kein Tippfehler, sondern eine geniale Idee des autoverrückten Inhabers des gemütlichen Hostels, dass Anna für uns gebucht hatte :-).
Als besonderer Bonus kam dann auch noch Per gerade nach Christchurch.Doch auch die schönste Zeit ist irgendwann vorüber: Am Donnerstag ging Annas Flieger nach Australien, wo sie nun noch einige Tage verbringen wird, bevor sie in unsere geliebte Neckar-Metropole heimkehren wird.
Anna, ich möchte dir noch einmal dafür danken, dass du sowohl deine ersten als auch deine letzten Tage in Neuseeland mit mir verbracht hast! Ich finde beide Male war es wirklich eine hammer Zeit, an die ich mich immer gerne erinnern werde!
Zurück in Blenheim, konnte ich zwar wegen des schlechten Wetters nicht wie beabsichtig direkt weiterarbeiten, dafür war es aber ein Gefühl des „Heimkommen“, als ich die Stadt und vor allem das Hostel erreichte. Ich habe hier einfach schon so viel Zeit verbracht, wie an keinem anderen Ort in Neuseeland und fühle mich ausgesprochen wohl bei den netten Backpackern, die in meinem Hostel wohnen. Das tröstet auch - zumindest jetzt noch - über die eingeschränkten Möglichkeiten in Blenheim hinweg. Die Stadt ist einfach relativ klein, nicht sehr schön und hat kaum Freizeitangebot.
Umso mehr freut man sich dann aber über nette Abende, wie z.B. unser kleines Grillfest am Freitagabend.Zum Rest meines Wochenendes und zur sehnsüchtig erwarteten Plackerei im Weinfeld gibt es bald mehr.
Bis dahin gibt es aber wieder einmal ein paar neue Bilder. Viel Spaß beim Anschauen!

























