Meine Reise


Neuseeland auf einer größeren Karte anzeigen

Montag, 23. Februar 2009

Als Backpacker…

…darf man zwar nicht wählerisch sein…
…aber wehren sollte man sich schon!
Während ich weiterhin glücklich und zufrieden für Lex, meinen neuen Contractor, arbeitete, wartete ich schon gespannt auf Samstag. Denn an diesem Tag sollte Methew, mein alter Arbeitgeber, den Lohn für die vorherige Woche überweisen. Auch wenn es mich wenig überraschte, so versetzte es mich doch in Rage: Anstatt den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn zu zahlen, hatte er die angekündigten 10 Cents pro Pflanze überwiesen! Für die 26 Stunden, die ich für ihn gearbeitet habe, hätte er mir 269,57 NZD bezahlen müssen. Auf meinem Konto fand ich dagegen 192,70 NZD von ihm. Ähnlich sah es bei Eduardo und Clodagh aus, die beide für ihn gearbeitet hatten und in meinem Hostel wohnen. Nachdem wir uns abgesprochen und alle zahlen gecheckt hatten riefen wir ihn an. Natürlich stritt er alles ab und behauptete, wir hätten nicht so viele Stunden für ihn gearbeitet. Da wir aber nicht locker ließen, versprach er seine Zahlungen zu überprüfen und sich am Sonntag wieder zu melden.
Da ich von Sonntag bis Donnerstag Blenheim verlassen habe (dazu später mehr) und Methew sich immer noch im Recht fühlte (odes es zumindest vorgab), vereinbarte Clodagh mit ihm, dass wir Donnerstag zu ihm kommen würden um alles zu besprechen.
So machten Clodagh und ich uns dann am Abend zu ihm auf, während Eduardo es vorzog im Hostel zu bleiben, da er meinte mit seinen geringen Englischkenntnissen nichts ausrichten zu können. Methew versuchte sich mit den gleichen Begründungen, wie schon am Samstag herauszureden. Er versuchte sogar uns ein schlechtes Gewissen einzureden, indem er versprach seinen Vorarbeiter, einen armen Iraker und Kriegsflüchtling, zu entlassen, weil er an allem Schuld sei, falls wir tatsächlich mehr Geld bekommen sollten. Schlussendlich vertröstete er uns auf den nächsten Tag, weil er sich zunächst mit seinem Anwalt beraten müsste.
Unglaublich aber wahr: Am Freitag hatte Clodagh sogar 4$ mehr als das geforderte Geld auf ihrem Konto. Ich konnte am Samstag immerhin nur einen Dollar weniger als gefordert vorfinden. Nur Eduardo ging lehr aus. Dafür kann er nun aber Methew beim Department of Labour anzeigen, was er wohl am Montag versuchen wird – mit freundlicher Unterstützung unserer Hostel-Mutter Jelka, die uns immer mit Rat und Tat zur Seite steht.
Schlussendlich scheint es sich also wirklich gelohnt zu haben, dass wir für unser Geld gekämpft haben. Vor allem hoffe ich, dass Methew in Zukunft genauer darauf achtet, wie er Backpacker bezahlt!

Doch nun vom stressigen zum angenehmen Teil, vom Nervigen zum Relaxten, von Blenheim nach Christchurch:
Sonntagvormittag packte ich seit langem einmal wieder meine Sachen zusammen und machte mich mit einen „Christchurch-Schild“ bewaffnet trampender Weise Richtung Süden auf. Erschwert wurde mir das ganze allerdings durch die Spuren, die die vorangegangene Nacht hinterlassen hatte: Steffen und Sven hatten sich nämlich mittlerweile ebenfalls in Blenheim eingefunden und so stürzten wir uns zusammen mit einigen anderen Backpackern aus meinem Hostel ins Nachtleben der Weinmetropole. An dieser Stelle lasse ich wohl am besten einfach ein paar Punkte stehen … ;-)
Trotzdem gelang es mir relativ einfach freundliche Kiwis zu finden, die mich mitnahmen. Geschockt war ich allerdings, als mir mein erster Fahrer erzählte, dass er eigentlich gar keinen Führerschein mehr hat, weil die Polizei ihm den selbigen abgenommen hat.
Dennoch erreichte ich wohlbehalten die inoffizielle Hauptstadt der Südinsel und fühlte mich gleich wohl, dank eines herzlichen Empfangs: Anna und ich hatten beschlossen ihre letzte Tage in Neuseeland gemeinsam in Christchurch zu verbringen und netter Weise hatte sie sich schon um alles gekümmert und das Essen schon fast auf dem Tisch als ich ankam :-) !
In den folgenden Tagen machten wir die Stadt unsicher, schwelgten in Erinnerungen an unser Reisen - aber auch an unsere Mutterstadt und die Leute, die daheim auf uns warten. Das war schon ein komisches Gefühl: Mir wurde zwar bewusst, wie viel ich in diesem wunderbaren Land schon erlebt habe, aber auch, dass ich hier nicht ewig bleiben werde und dass das auch gut so ist. Denn ich vermisse einfach vieles, was ich all die Jahre einfach als völlig normal hingenommen habe – nicht nur, aber natürlich auch den Komfort ;-). Doch auch ganz simpel mein Heimatland - oder zumindest Europa, mit all seinen Vorzügen, die man wohl erst am anderen Ende der Welt schätzen lernt und vieles, vieles mehr…

Anna und ich hatten eine wunderschöne Zeit, die uns auch das überwiegend nass-kalte Wetter nicht vermiesen konnte. Shoppen stand genauso auf dem Programm wie die eindrucksvollen botanischen Gärten, ein chinesisches Lampionfest, klassisches Sightseeing und natürlich ein Car-B-Q mit fast allen Hostelbewohnern. Nein, das ist kein Tippfehler, sondern eine geniale Idee des autoverrückten Inhabers des gemütlichen Hostels, dass Anna für uns gebucht hatte :-). Als besonderer Bonus kam dann auch noch Per gerade nach Christchurch.
Doch auch die schönste Zeit ist irgendwann vorüber: Am Donnerstag ging Annas Flieger nach Australien, wo sie nun noch einige Tage verbringen wird, bevor sie in unsere geliebte Neckar-Metropole heimkehren wird.
Anna, ich möchte dir noch einmal dafür danken, dass du sowohl deine ersten als auch deine letzten Tage in Neuseeland mit mir verbracht hast! Ich finde beide Male war es wirklich eine hammer Zeit, an die ich mich immer gerne erinnern werde!

Zurück in Blenheim, konnte ich zwar wegen des schlechten Wetters nicht wie beabsichtig direkt weiterarbeiten, dafür war es aber ein Gefühl des „Heimkommen“, als ich die Stadt und vor allem das Hostel erreichte. Ich habe hier einfach schon so viel Zeit verbracht, wie an keinem anderen Ort in Neuseeland und fühle mich ausgesprochen wohl bei den netten Backpackern, die in meinem Hostel wohnen. Das tröstet auch - zumindest jetzt noch - über die eingeschränkten Möglichkeiten in Blenheim hinweg. Die Stadt ist einfach relativ klein, nicht sehr schön und hat kaum Freizeitangebot.

Umso mehr freut man sich dann aber über nette Abende, wie z.B. unser kleines Grillfest am Freitagabend.

Zum Rest meines Wochenendes und zur sehnsüchtig erwarteten Plackerei im Weinfeld gibt es bald mehr.
Bis dahin gibt es aber wieder einmal ein paar neue Bilder. Viel Spaß beim Anschauen!

Mittwoch, 11. Februar 2009

Wie auskommen ohne Einkommen ?!?

Der Urlaub kann ja schließlich nicht ewig weiter gehen.
Deswegen war es mein Plan, auf der Südinsel so schnell wie möglich Arbeit zu finden.

Durch den Flyer einer Jobagentur angeregt, versuchte ich in Nelson per Telefon arbeit zu finden. Hier gab es allerdings erst etwas ab dem 18. Februar. Also versuchte ich mein Glück in Blenheim, einem bekannten Weinort. Die Hostel werben hier sogar damit, einem Arbeit vermitteln zu können.
Leider war es aber nicht einfach ein Bett in einem der Hostel zu ergattern, da bereits die meisten von anderen Arbeitern belegt waren. Schließlich sagte mir das "Honey-B-Hostel" ein Bett ab dem 1. Februar zu.

So verbrachte ich noch zwei Nächte in Picton. Die Zeit nutze ich nicht nur zum Relaxen nach meinem Wellington-Aufenthalt, sondern auch zum Schwimmen und für eine kleine Küstenwanderung in den wunderschönen Marlborough Sounds.

Am Sonntag machte ich mich voller Hoffnung auf Arbeit nach Blenheim auf. Und tatsächlich erhielt ich vom Hostelinhaber die Telefonnummer eines Arbeitgebers namens Methew. Dieser machte zwar am Telefon nicht den besten Eindruck auf mich, hatte dafür aber Arbeit in den Weinfeldern für mich. Als Backpacker darf man nun einmal nicht sehr wählerisch sein.

Mein erster Arbeitstag begann dann auch gleich einmal damit, dass mein Arbeitgeber mich 20 Minuten zu spät abholte - ohne ein Wort der Entschuldigung…
Vor einem anderen Hostel warteten wir dann noch einmal eine gute halbe Stunde, bis endlich klar war, in welchem Weinfeld wir eigentliche arbeiten werden. Dort hatte ich dann eine unglaublich „intensive“ Einweisung (5 Minuten) und los ging’s: Weinstock nach Weinstock, den ganzen Tag.
Am Ende des Tages erfuhr ich schließlich
auch die Details zur Bezahlung: 10 Cent pro Pflanze (an jeder Pflanze musste ich 10 Rispen abschneiden). Auf den Tag hochgerechnet ist das leider gar nichts. Dafür gibt es in Neuseeland allerdings einen Mindestlohn von 12$ die Stunde, der in jedem Fall gezahlt werden muss, zuzüglich eines Urlaubsaufschlags von 8%, da man als Saisonarbeiter keinen bezahlten Ferientage in Anspruch nehmen kann. Nach aktuellem Wechselkurs erhält man dann etwa 4,50 € - von denen dann noch einmal ca. 20% Steuern abgezogen werden. Als Backpacker darf man nun einmal nicht sehr wählerisch sein.
Meinen Vertrag bekam ich übrigens erst am Freitag und auch nur nach mehrmaligem Nachfragen. Professionalität ist etwas anderes!

Das einzig wirklich Gute waren meine Kollegen. Über diese kam ich dann auch dazu mein Hostel zu wechseln. Denn das Honey-B war leider nicht gerade ein Traum von Hostel. Es fehlte vor allem an Atmosphäre.
So zog ich am Sonntag zusammen mit einem Südkoreaner, der in meinem Zimmer war, in das „Station Backpacker“ um. Das Beste an diesem Hostel war, dass die Schweizerin, die es betreibt, mir einen Job bei einem anderen Contractor (wie sich die Arbeitgeber, die für die Weinbauern arbeiten hier nennen) verschaffte. Nicht nur, dass Lex, wie mein neuer Chef heißt, mir von anderen Backpackern empfohlen wurde, er bezahlt auch etwas besser – unglaubliche 13$ plus die üblichen 8%.

Am Sonntag nahm ein netter Kollege und Kiwi namens Rhys Clodagh (Irin), Eduardo (Chilene) und mich (ich ;-P ) auf einen kleinen Trip durch die Gegend mit. Neben Fotos machen, Landschaft genießen und Schwimmen stand auch ein leckeres Picknick am Strand auf dem Programm.

Die Arbeit am nächsten Tag gefiel mir auf Anhieb besser: netter und pünktlicher Chef, einen sauberen Arbeitsvertrag gleich am ersten Tag, strukturierte Einweisung - einfach professionell.
Am ersten Tag musste ich Netze über schon fertig präparierte Weinstöcke spannen, um die Vögel abzuhalten. Gestern und heute war es meine Aufgabe Blätter und Trauben abzuschneiden und somit die Pflanzen auszudünnen und Fäule zu verhindern. Außerdem fließen somit viel mehr Energie und Nährstoffe in die verbliebenen Trauben, die deshalb größer und besser wachsen.

Ich bin wirklich sehr glücklich einen anderen Arbeitgeber gefunden zu haben. Die Frage ist nur, wie lange er mich noch beschäftigen kann. Denn da die Trauben nun zum Großteil nur noch in Ruhe wachsen müssen, wird die Arbeit langsam rar.

Aber als Backpacker darf man nun einmal nicht sehr wählerisch sein ;-) !
Dieses Bild und viele andere gibt es hier

Montag, 2. Februar 2009

Nehmt Abschied Brüder...

von was verrate ich aber noch nicht.
Dafür verrate ich euch, in welches Hostel ihr unbedingt einmal gehen solltet, falls ihr nach Neuseeland kommen solltet: Die Moana Lodge in Plimmerton, ca. 20 km nördlich von Wellington.
Dieses wunderbare Hostel ist direkt am Meer gelegen und wird von einem unglaublich netten Ehepaar betrieben. Die beiden haben außerdem auch noch einen herrlichen Sinn für Humor, weswegen man überall im Haus lustige Bilder und andere Details findet (siehe Fotoalbum). Es ist einfach ein Ort an dem man sich wohl fühlt!
Eigentlich hatte ich geplant mich hier nur eine Nacht von meinem Wandern zu erholen, aber ich musste einfach eine weitere Nacht bleiben. Besonders toll war, dass hier eine Gitarre an der Wand hing, auf der ich nach Herzenslust spielen konnte. Außerdem traf ich noch einen alten Bekannten wieder: Michel, einen Franzosen den ich in Paihia kennen gelernt hatte und der mich sogar zu sich nach Paris eingeladen hat.

Doch auch wenn es in der Moana Lodge wunder- schön war, zog es mich dennoch nach Süden in die Hauptstadt Neuseelands. Mein großes Glück: Hier konnte ich einen noch älteren (bzw. eigentlich jüngeren) Bekannten wieder treffen. Pasi Roth, der gerade ein Schuljahr in Neuseeland verbringt, wohnt nämlich in einer Gastfamilie in Upper Hut, einem Vorort von Wellington.
Ein britisches Ehepaar, das mit mir in der Moana Lodge gewohnt hatte, nahm mich netter Weise direkt nach Upper Hut mit, weswegen ich mir den Umweg mit dem Zug über Wellington sparen konnte. Dort angekommen nahm mich dann Pasis Gastfamilie für zwei Nächte auf. Die drei sind zwar manchmal etwas verrückt und nehmen einen ständig auf den Arm, sind dafür aber auch nett. Zwar mussten wir ziemlich früh aufstehen, um das Haus mit Pasis Gastvater Gerry zu verlassen, dafür hatten wir dann aber auch mehr Zeit in Wellington, das von Upper Hut problemlos und günstig mit dem Zug erreichbar ist.
Eine kleine Anmerkung an dieser Stelle: Ja der Typ in meinen Klamotten bin ich, war allerdings beim Frisör und es ist etwas kürzer geworden, als ich eigentlich wollte.
Auf dem Programm in Wellington standen dann einige Sehenswürdigkeiten wie die Cable Car (die im Vergleich zu der in San Francisco ehrlich gesagt ein Witz ist), die botanischen Gärten, das Parlament und das Nationalmuseum „Te Papa“. Alles in allem ist Wellington ein schmuckes Städtchen, das mich jetzt allerdings auch nicht gerade vom Hocker gerissen hat.
Meine Meinung von Wellington verschlechterte sich allerdings auch ein wenig durch das City Hostel, in dem ich noch eine Nacht verbrachte: zu groß, zu anonym und irgendwie auch nicht ganz so sauber.

Es war als genau der richtige Moment Abschied zu nehmen. Nicht nur von Wellington und von Pasi, mit dem ich eine tolle Zeit verbracht hatte, sondern von der gesamten Nordinsel. Denn am Freitag nahm ich meine sieben Sachen und checkte auf einem der großen Schiffe ein, die Nord- und Südinsel miteinander verbinden. Ich hatte schon gehört, dass diese Überfahrt schön sein soll, aber sie war einfach nur phantastisch: Man sieht hinter sich erst die „Groß“-Stadt Wellington verschwinden, dann die ganze Nordinsel. Am Horizont meint man bereits die Küste der Südinsel zu sehen…oder ist es doch nur Einbildung? Auf einmal taucht sie auf. Zu erst die Berge, dann erscheint auch die Küstenlinie. Und ehe man sich versieht fährt das Schiff in die fjordähnlichen Marlborough Sounds hinein. Die Landschaft erinnert stark an Skandinavien. Nur die Pinguine, die öfters neben dem Schiff auftauchen passen nicht so recht ins Bild. Nach 3 Stunden legt man dann in Picton an, einem größeren Örtchen, das wohl nur auf Grund des Schiffverkehrs zu dieser Größe angewachsen ist.
Da steh ich nun, ich Armer Tor und bin so klug als wie zuvor. Denn wie sollte ich nun weitermachen? Seid gespannt auf meinen nächsten Eintrag…

Sonntag, 25. Januar 2009

Das Wandern ist des Andys Lust…

Nicht einmal 2 Monate da und schon abhängig!
Die Rede ist zu Glück weder vom Rauchen noch sonstigen Vergehen gegen den eigenen Körper. Dafür
habe ich in Neuseeland meine Leidenschaft fürs Wandern entdeckt!
Durch die kleineren Küstenwanderwege und vor allem das Tongariro Crossing kam ich auf den Geschmack. Deswegen hatte ich beschlossen nach meinem Farmaufenthalt zum Egmont Nationalpark zu reisen, anstatt direkt nach Wellington zu fahren.

Da ich (wie im letzten Eintrag erwähnt) erst einmal Lust auf ein paar Menschen um mich herum hatte, war mein vorläufiges Ziel New Plymouth, ganz im Westen der Nordinsel. Die Stadt ist zwar keine Schönheit, dafür aber dank reichen Gasvorkommens relativ wohlhabend, weswegen sie sich solchen Luxus wie ein kostenloses Museum und eine moderne Bibliothek (mit gratis Internetzugang!!!) leistet. Es tat gut wieder einmal Stadtluft statt Schafska*** zu schnuppern. Außerdem konnte ich hier gut und günstig Einkaufen und Informationen zum Egmont Nationalpark einholen.

Die ganze Gegend hier wird dominiert vom alles überragenden Mount Taranaki, der im Herzen des Nationalparks auf über 2500m ü.NN emporragt. Leider ist er oft hinter Wolken versteckt, dafür werden diese dann aber von starken Seewinden auch schnell wieder weggeblasen.

Nach einer Nacht brach ich schon wieder die Zelte in New Plymouth ab, um nach Egmont Village zu fahren. Dies
es kleine Kaff ist das Tor zum Nationalpark und praktischer Weise mit einem Hostel bestückt.
Hier lernte ich dann auch sehr schnell einige Leute kennen, da alle sehr aufgeschlossen und hilfsbereit waren - wie es sich eben unter Wanderern gehört! So nahm mich dann gleich am ersten Morgen das super nette Ehepaar Ursula und Peter (Nein! Ausnahmsweise keine Deutschen - aber fast, es sind Schweizer ;-) ) zum North Egmont Visitor Center, auf etwa 1000m ü.NN , mit.
Von hier aus starteten wir zum Gipfel des Mount Taranaki. Die Wettervorhersage war nahezu perfekt und tatsächlich war der Himmel über dem Nationalpark wolkenfrei. Während des Aufstieges tauchte aber auf einmal eine kleine Wolke am Bergauf. Wir dachten uns nichts weiter dabei, aber 15 Minuten später war der Gipfel auf einmal nicht mehr zu sehen! Aufgeben wollten wir aber nicht, auch wenn in unserem Hostel eine nette Liste hängt, die alle tödlich verunglückten Bergsteiger am Mount Taranaki aufzählt.
Wir kletterten weiter hinauf, durch die Wolken hindurch. Kurz vor dem Gipfel durchstießen wir die Wolkendecke: Ein fantastischer Anblick! Während des Aufstieges wurde es natürlich immer kälter und so liefen wir tatsächlich bald über Eis bzw. festgefrorenen Schnee. Gegen Mittag erreichte ich die Spitze: 2518m und ich habe sie bezwungen - ein überwältigendes Gefühl.

Dementsprechend müde war ich dann allerdings auch am Abend. Doch die nächste Tour stand schon fest. Zunächst stand allerdings erst einmal ein Tag Ruhepause fest.

Am Freitag nahm mich dann wieder ein freundliches Ehepaar, zwei Briten namens Marie und Fred, mit zum Visitor Center. Dieses Mal war ich alleine auf einem Rundweg namens „Pouakai Circuit“ unterwegs. Und mit alleine meine ich auch alleine: Während des gesamten Weges begegneten mir gerade einmal drei Menschen.
Dieser Track bewegt sich zwar nicht auf solchen Höhen, wie die Gipfelbesteigung, dafür ist er aber wesentlich länger und geht ständig bergauf und bergab. Unterwegs erreichte ich unter anderem einen traumhaften Wasserfall, den ich sogar für ein kleines Bad (unglaublich kalt!!!) nutzte. Nach acht Stunden wunderbaren Wanderns erreichte ich mein vorläufiges Ziel: Mein Nachtlager, die „Pouakai Hut“. Zwar darf man hier keinen Luxus erwarten (Plumsklo neben der Hütte, Wasserversorgung durch Regenwasser und einzige Lichtquelle ist eine Kerze), dafür empfand ich aber die Übernachtungskosten von 15 NZ$ für sehr angemessen, wenn man bedenkt, dass die Konkurrenz dort oben eher gering ist und die Errichtung und Instandhaltung wegen der Abgeschiedenheit schwierig sein dürfte. Abenteuerlich, etwas gruselig und wunderbar zu gleich war, dass ich die Nacht dort mutterseelenallein verbringen durfte.
Das ungelöste Rätsel der Nacht: Am Abend habe ich mich draußen Am Wasserhahn mit einem Stück Seife gewaschen, das dort lag. Am nächsten morgen war es nicht mehr da. Ein Fall für die X-Akten!
In der Nähe der Hütte genoss ich außerdem sowohl Sonnenunter- als auch Sonnenaufgang - einfach berauschend schön.
Heute ging es dann noch einmal 5 Stunden weiter, bis ich endlich wieder das Visitor Center erreichte. Das Wandern hatte mich ordentlich geschlaucht. Ich war deshalb sehr froh, dass mich - nach meinen wohlverdienten Sieger-Eis - zwei Kiwis zurück zum Hostel nahmen. Nach einer Dusche und eine Tasse Kaffee sah hier die Welt dann schon wieder anders aus. Dennoch werde ich jetzt wohl erst einmal etwas entspannen.

In Gedanken bin ich aber irgendwie immer noch dort oben, in den Bergen…und am planen für meine nächste Wanderung - vielleicht auf der Südinsel?!?!? Wer weiß, wer weiß…

P.S: ich habe neue Bilder im Central-Northisland-Album hochgeladen. Was haltet ihr außerdem von der Landkarte? Kritik, Lob und Verbesserungsvorschläge bitte einfach als Kommentar hinterlassen oder mir mailen. Alternativ könnt ihr mir auch einen Brief oder eine Flaschenpost schreiben - dürfte beides ungefähr gleich lange brauchen ;-P .

Sonntag, 18. Januar 2009

Neuigkeiten vom Bauernhof

Ich öffne die Augen und schaue aus dem Fenster: Der Himmel ist blau, ein Huhn läuft vorbei, in der Ferne höre ich Schafe blöken und draußen tapst Shibby der Haushund herum. Nein, es ist nicht Kemnat (kleiner Insider für alle aus Stuggitown). Ein neuer Tag auf der Ridgewood Farm beginnt.
Wie bereits beim letzten Mal versprochen, hab ich mir Arbeit gesucht. Ungefähr auf halber Strecke von Taupo nach Wellington liegt das verschlafene Nest Marton. Hierher hat mich ein freundlicher Engländer mitgenommen, den ich meinem letzten Hostel kennen gelernt habe und der auf dem Weg nach Wellington war. Von Marton aus holte mich dann meine neue Arbeitgeberin, Gay, ab. Ja, auch ich habe mich über ihren Namen etwas gewundert, aber es scheint ein normaler englischer Vorname zu sein. Nach ein paar Einkäufen brachte sie mich zu ihrem Grundstück, noch einmal 20 Minuten außerhalb von Marton…also quasi Mitten im Nirgendwo.

Hier gings dann auch gleich los mit den ersten Arbeiten: Wäsche aufhängen, helfen die Schafe einzutreiben und zu sortieren, Löcher buddeln, Streichen, den Haus-Pfau Rogy füttern und vor allem Tonnen von Holz bewegen und einlagern.
Das klingt jetzt zwar vielleicht etwas eintönig und langweilig, war es aber überhaupt nicht. Ich habe viel dazu gelernt und es ist einfach die perfekte Abwechslung nach all dem Sightseeing der letzten Wochen. Dazu kommt noch einiger Luxus, den ich schon länger nicht mehr hatte: Ein Zimmer nur für mich alleine, ein eigenes Badezimmer, Butter, mehrere Marmeladen, eine Spülmaschine… Ihr könnt euch also vorstellen, dass ich die Tage hier ganz gut ausgehalten habe.

Nur zweimal hatte ich wirkliche Probleme:
Während ich mittwochs damit beschäftigt war Holzscheite auf einen Anhänger zu laden bin ich ausgerutscht und etwas ungünstig auf meinem linken Fuß gelandet. Ich hatte sofort stechende Schmerzen ums Knie herum und dachte schon ich hätte mir etwas gebrochen. Zum Glück war es aber nur ein Band, das ich überdehnt habe. Mittlerweile kann ich aber wieder völlig normal laufen und spüre die Verletzung kaum noch.
Donnerstag Abend sind wir noch einmal nach dem Abendessen los, um bei einer benachbarten Farm (also so 7 km weit weg ;-) ) Heu für den Winter abzuholen. Das Aufladen und Einlagern war zwar nicht sehr anstrengend, dafür kam mein Heuschnupfen hier leider voll zur Geltung. Es war wohl die bisher stärkste Attacke, die ich hatte. So fiel mir sogar das Atmen schwerer, weil sich die Symptome auf die Bronchien ausgeweitet hatten. Als ich aber geduscht hatte und mir frische Sachen anziehen konnte, war es zum Glück schnell vorbei mit dem Spuck.

Ansonsten lief aber alles glatt. In der Regel habe ich (mit ausgiebiger Mittagspause) von 9 Uhr bis 6 Uhr gearbeitet. Eigentlich ist das mehr als von einem WWOOFer (ihr erinnert euch: Willing Worker On Organic Farms) verlangt wird, dafür habe ich hier aber auch einige Vorzüge genießen dürfen, die laut meiner Gastgeberin nicht jeder hatte, der hier gearbeitet hat. So durfte ich z.B. den Internetzugang nutzen, das Telefon benutzen und mich im hauseigenen Massagesessel entspannen.

Alles in allem kam ich mit meiner Gastgeberin gut aus. Manchmal kam sie mir zwar etwas zu direkt und barsch vor, aber das bringt wohl das Leben alleine auf einer Farm so mit sich.

Das Fazit: Es hat sich definitiv gelohnt eine kleine Auszeit zu nehmen, bodenständige Arbeit zu verrichten und das Leben auf einer Farm kennen zu lernen.
Aber: Ich freue mich jetzt auch wieder auf ein paar andere Menschen um mich herum und die Vorzüge, die es mit sich bringt im Umkreis von 5 km mehr als nur ein Hühnerhaus zu haben.
Deswegen werde ich am Montag zurück in die große weite Welt kehren - ohne meine Zeit hier zu vergessen.

Samstag, 10. Januar 2009

Schritt um Schritt - doch er kommt nicht näher

Schwefel liegt in der Luft und erschwert das Atmen, doch ich habe ein Ziel. Also den Schweiß von der Stirn gewischt und aufgestanden! Langsam einen Fuß nach oben setzen und den anderen hinterher. Doch in diesem Moment geben die Steine nach. Ich rutsche ein wenig und falle auf die Knie. Schon wieder war der Schritt zu groß und nicht gut plaziert. Egal der nächste wird besser. Ein Blick nach unten: Schon ein gutes Stück geschafft! Ein Blick nach oben: Will dieser Berg denn nie aufgeben? Aufgeben? Vielleicht sollte ich aufgeben? Nein! Ich will dort oben sein!
Dann dieses Gefühl es geschafft zu haben. Ihn bezwungen zu haben. Ich stehe auf seinem Rand, dem Rand des Mount Ngauruhoe - besser bekannt als der Ort an dem der eine Ring entstanden ist, der Schicksalsberg im Lande Mordor.
Auch wer die Herr der Ringe Filme nicht gesehen hat muss sich von seinem Anblick einfach fesseln lassen! Dieser Berg und die ganze Landschaft, die ihn umgibt, hat einfach etwas Mystisches.

In aller Herrgotts-Frühe werden wir von dem Bus eines Tourenveranstalters abgeholt, der alle möglichen Tracks im Tangariro Nationalpark anbietet. Dieser bringt uns zum Nordende des „Tongariro Alpine Crossing“. Obwohl sehr viele Menschen unterwegs sind, fühlt man sich doch irgendwie alleine in dieser seltsam anmutenden Landschaft, die eher an den Mond als an das Zentrum eines der fruchtbarsten Länder dieser Welt erinnert.
Nach ein paar Kilometern geht es nach rechts zu einem Seitentrack, der Besteigung des Mount Ngauruhoe. Der Aufstieg auf 2291 Meter bringt mich (wie in der Einleitung angedeutet) an meine Grenzen, doch das Gefühl und die Aussicht als ich endlich den Gipfel erreiche entschädigen mehr als ausreichend. Ich hoffe die Bilder können davon zumindest einen Eindruck vermitteln!
Es ist eine karge Vulkanlandschaft, durch die der Weg sich schlängelt. Überall riecht man Schwefel und öfters dampft es aus der Erde. Alles sieht einfach lebensfeindlich aus. Und dennoch: Diese Landschaft hat etwas Anziehendes!
Nach gut 8 Stunden Wanderung erreicht man das südliche Ende des Weges. Nach kurzer Wartezeit bringt uns der Bus wieder zurück in die Wirklichkeit, hinaus aus diesem einzigartigen und beeindruckenden Flecken Land südlich des Lake Taupo.

Für alle, die den oberen sentimentalen Teil übersprungen haben: Ich war auf einer hammer Wanderung - und jetzt lest euch das oben durch!

Wie ihr merkt, bin ich noch nicht wieder ganz zurück. Aber dennoch möchte ich euch natürlich erzählen, was ich sonst noch erlebt habe, seit dem ich Auckland verlassen habe.

Eigentlich wollten Anna und ich direkt nach Reglan trampen, ein Ort etwa 100 km südlich, der als einer der beliebtesten Surferstädte des Landes gilt. Leider mussten wir feststellen, dass es mit dem Trampen in der Großstadt Auckland wohl nicht ganz so einfach läuft. Deshalb nahmen wir einen späten Bus nach Hamilton, das etwas östlich von Reglan liegt, um hier eine Nacht zu verbringen und anschließend nach Reglan zu reisen.
Das Hostel und die freundliche, südafrikanische Mutter und Tochter, die dieses Hostel betreiben gefielen uns aber so gut, dass wir schnell entschlossen waren hier noch eine weitere Nacht zu verbringen. Die Überraschung des Tages war allerdings, dass ich in diesem Hostel Per wieder traf, mit dem ich tagelang durch das Northland gereist war! Dieses Land ist einfach klein! Früher oder später trifft man hier jeden wieder.

Aber ich hatte euch ja letztes Mal weitere nette Menschen versprochen. Abgesehen von den bereits erwähnten wäre auf jeden Fall Bea zu nennen, eine schweizerische Lehrerin, die uns in ihrem Auto in die wunderschönen Hamilton Gardens mitnahm. Hier konnte man Gartenkunst aus vielen Ländern dieser Welt bestaunen und genießen (Schaut euch am besten die Bilder an).

Während unsere großen Rucksäcke eine Nacht im Keller des Hostels in Hamilton verbringen durften, machten Anna, Per und ich uns am nächsten Tag mit leichtem Gepäck und dem Bus nach Reglan auf, von wo wir noch einige Kilometer zum Strand trampten. Wir mieteten uns 2 Surfboards samt Neoprenanzug, da das Wasser auf Dauer doch relativ kalt war. Anna, die in Australien schon öfters Surfen war, konnte uns einige Tipps geben und so hatten wir einfach einen riesen Spaß! Ein unglaubliches Gefühl, wenn man sich im richtigen Moment auf sein Brett schwingt und eine Welle reitet! Man spürt aber auch welche Energie in so einer Welle steckt, wenn man mal wieder von seinem Brett fällt und sie über einen hinwegrollt ohne dass man sich ihr irgendwie widersetzen könnte. Und vor allem spürt man am Abend, wie anstrengend surfen ist!
Wir waren deshalb heilfroh, dass unser Hostel nur einige Minuten zu Fuß vom Strand entfernt war. Die Besitzer hatten alte Eisenbahnwagons aufgestellt, in die Betten eingebaut worden waren - wirklich eine gute Idee!
Am nächsten Tag unternahmen wir eine Wanderung auf einen nahe gelegenen Berg von dem aus man eine grandiose Aussicht auf Reglan, das Meer und die Umgebung hatte.
Abends konnten wir uns dann wieder in unserem Lieblings-Hostel in Hamilton von den Strapazen erholen.

Weiter ging es für uns drei mal wieder mit richtig netten Leuten: Erst haben uns morgens einige freundliche Kiwis mit nach Rotorua genommen, anschließend trafen wir zwei sehr freundliche Nicht-Kiwis: Pasi Roth, der gerade seine 11. Klasse in Neuseeland hinter sich bringt, wurde über Weihnachten und Silvester von seiner Mutter und seinen Geschwistern besucht. Denise und Marcel waren schon einige Tage zuvor zurückgeflogen und die beiden verbliebenen Roths nun quer durchs Land unterwegs. Der Zufall wollte es, dass sie an eben jenem Tag ebenfalls in Rotorua waren. Die beiden nahmen uns dann in ihrem Mietwagen mit nach Taupo, aber die Nettigkeit ging sogar noch weiter! Frau Roth lud uns am Abend richtig lecker zum Essen ein. Eine willkommene Abwechslung für uns, einmal nicht selbst kochen zu müssen und dann auch noch so leckeren Fisch zu bekommen :-)! Anschließend erfrischten wir uns noch bei einem gemeinsamen Bad im wunderschönen Lake Taupo, der schon fast Bodensee-Feeling versprüht.

Den Tag vor der großen Wanderung verbrachten wir dann relaxt am Strand und in der Stadt.

Nachdem wir mit leichtem Muskelkater aufgewacht sind, verließ uns Anna heute um nach Wellington zu trampen. Per und ich faulenzen und nutzen die Zeit um Mal wieder Anschluss ans World Wide Web zu finden.

Ach und die wichtigste Neuigkeit hätte ich ja fast vergessen: Mit dem Faulenzen ist es bei mir vorerst vorbei. Ich habe mir nämlich einen WWOOFing-Platz organisiert. WWOOF steht für Willing Workers On Organic Farms und meint, dass man einige Stunden am Tag auf einer Biofarm o.Ä. arbeitet und dafür freie Unterkunft und Verpflegung erhält. Nach einigen erfolglosen Anrufen habe ich gestern schließlich eine frei Stelle in einer Art Ferienanlage in Marton (etwa auf halber Strecker von Taupo nach Wellington) gefunden. Morgen werde ich dort anfangen. Ich bin gespannt, was mich dort erwartet und freue mich darauf mal wieder etwas zu arbeiten (So komisch das klingt ;-) ). Vor allem verspreche ich mir davon, dort etwas zur Ruhe zu kommen, da ich länger an einem Ort sein werde und nicht ständig irgendwelche Ausflüge unternehme oder sonstiges Programm habe – so schön es natürlich die letzten Wochen war!

Bald werde ich euch genaueres berichten können! Also bis dahin!

Endlich gibt's auch neue Bilder. Alle Bilderalben findet ihr übrigens auf der rechten Seite verlinkt.

Sonntag, 4. Januar 2009

Freundlich, freundlicher, Kiwis!

Das Auto längst in den ewigen Jagdgründen, zu viel Geld ausgegeben und immer noch wenige Einheimische kennengelernt: Was liegt da näher als Trampen? Zudem hatte ich von anderen Backpackern gehört, wie einfach das hier gehen sollte.
Um meine Erfolgschancen zu steigern gönnte ich mir mal wieder eine Dusche, versuchte gepflegt und sympatisch auszusehen und stellte mich am 29.12 mit einem Pappschild an den Ortsausgang Paihias. Zunächst dachte ich das aufkommende schlechte Wetter würde mir einen Strich durch die Rechnung machen, aber nach ziemlich genau 7 Minuten hielt tatsächlich ein freundlich Autofahrer an! Er führe zwar nicht bis Auckland, aber er könnte mich dennoch ein gutes Stück mitnehmen. Ich fackelte nicht lang, bedankte mich und los gings! Der freundliche Kanadier, der aber mittlerweile in Paihia wohnte, musste geschäftlich an die Westküste und brachte mich bis Whangarei. Hier gings dann mit einer netten Maori weiter, die mir erzählte, dass sie auch öfters mit ihren Kindern Trampen würde und sogar ihren Mann beim Hitch-Hiken, wie es auf Englisch heißt, kennen gelernt hatte. Der letzte freundliche Mensch der mich mitnahm war ein Sportlehrer, der doch tatsächlich in Orewa arbeitet, also genau der Stadt, in die ich wollte. Er suchte sogar das Hostel mit mir und setzte mich genau davor ab! Einfach unglaublich wie einfach das hier geht! Das schönste daran ist, dass man wirklich einmal in Kontakt mit Kiwis kommt!

In Orewa, der Stadt im Norden Aucklands in der auch Bäumers einige Monate lebten, traf ich mich mit Sasis Großtante und Großonkel, Carmen und Bob, die in den 50er Jahren den Sprung nach Neuseeland gewagt haben. Es war unglaublich beeindruckend darüber mit ihnen zu reden. Mir wurde richtig bewusst, was für ein Glück ich habe, mich durch Bücher, Erzählungen und das Internet auf meine Reise vorbereiten zu können, denn als die beiden Deutschland verließen, war Neuseeland quasi ein grauer Fleck auf der Landkarte. Auch verbrachten sie nicht ein paar Stunden im Flugzeug, sondern Wochen auf einem Schiff um hier her zu kommen. Bewundernswert war auch, was sie sich in einem völlig fremden Land aufgebaut hatten. Bedanken möchte ich mich noch einmal ganz ausdrücklich für das leckere Essen, vor allem das Brot! Carmen hat mir nämlich mit ihrer Brotbackmaschine ein richtiges Körnerbrot gebacken und mitgegeben. Ihr glaubt garnicht, wie gut einem soetwas schmeckt, nach einem Monat Toastbrot!

Davon profitierte ich allerdings nicht alleine, denn am am 30. fuhr ich mit dem Bus nach Auckland um Anna zu treffen, die an diesem Tag aus Sydney geflogen kam +freu*.

Ein kleiner Einschub zum Thema "Lecker-Schmecker" an dieser Stelle: Abends machten wir uns übrigens über eines meiner Abschiedsgeschenke her: Vielen Dank euch für das köstliche Gulasch :-) !!!

Da ich Auckland bereits kannte, konnte ich Anna aber nicht nur fürs erste verköstigen, sondern auch etwas herumführen, was ich dann am nächsten Tag noch einmal wiederholen durfte, als Steffen und Sven Auckland erreichten *nochmal-freu*.
Gemeinsam erlebten wir Silvester auf dem Mount Eden im Süden Aucklands, von dem man einen traumhaften Ausblick auf die Stadt hat. Trotzdem war es hier nicht so überfüllt, wie wir dachten. Dafür hatten hatten wir Gesellschaft von einigen Vierbeinern, die wohl garnicht wussten, wie ihnen geschah, mit all den Menschen hier ;-)! Anschließend fuhren wir zum Hafen um in einem der Clubs diese Nacht zu meiner (bisher) definitiv längsten Nacht in Neuseeland zu machen.

Auch wenn man uns die Feierlichkeiten der letzten Nacht anmerken konnte, machten wir uns nach einigen Stunden Schlaf, einem Frühstück und ein paar Tassen Kaffee auf den Weg ins große Museum von Auckland. Anschließend genossen wir noch die Sonne in einem der Parks und fuhren auf die Spitze des Skytowers, des (angeblich) höchsten Gebäude der südlichen Hemisphäre.

Überdrüssig des hektischen Großstadtlebens traten Anna und ich am zweiten Januar die Flucht an: Mit der Fähre ging es auf die kleine Insel Motuihe in der Bay of Auckland. Diesen paradisischen Flecken Land nutzten wir nicht nur für Bade- und Wanderspaß, sondern verbrachten hier sogar eine Nacht. Ermöglicht wurde uns dies, durch den einzigen dauerhaften Bewohner der Insel, Jon den Ranger, der uns ein Zelt lieh.

Am nächsten Mittag kehrten wir nach Auckland zurück, um dieses schnellst möglich Richtung Süden zu verlassen.

Doch wie es hier weiterging, erzähle ich euch erst beim nächten Mal. Soviel sei aber gesagt: Ich habe mehr Geschichten zu freundlichen Kiwis und anderen Menschen zu erzählen.

Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Jahr 2009! Hoffentlich hattet ihr mindestens so viel Spaß wie ich!