Meine Reise


Neuseeland auf einer größeren Karte anzeigen

Montag, 27. April 2009

Bye Bye Südinsel

Frisch von Markus verlassen musste ich mich zum Glück nicht gleich wieder alleine durch- schlagen. Denn Sally und Chris, die beiden freundlichen Kiwis, die uns aufgenommen hatten, boten mir an, noch ein paar Tage bei ihnen zu bleiben. So durfte ich noch drei weiter Nächte Luxusurlaub genießen. Die beiden sind wirklich ein Paradebeispiel für die Gastfreundschaft der Kiwis. Chriss nahm mich sogar auf eine kleine Rundfahrt auf die Hügel um Christchurch mit, während Sally mich zur Universität mitnahm, an der sie arbeitet.
Doch ewig konnte ich diese Gastfreundschaft ja nicht ausnutzen. Außerdem wollte ich noch andere Ecken Neuseelands erkunden und ich sah mir langsam die Zeit davon rennen. So hielt ich ab Dienstag wieder den Daumen in den Wind und machte mich auf gen Norden.
Dabei nahm mich unter anderem ein LKW mit, dessen Fahrer ich anbot beim Ausladen zu helfen. So fuhren wir in Blenheim einige Depots an und ich half ihm hunderte Liter Milch und Milchprodukte auszuliefern. So etwas erlebt man auch nicht alle Tage! In Blenheim verbrachte ich dann die Nacht und besuchte die beiden Liverpooler Paul und James, die ich noch aus meiner Zeit in den Weinfeldern kenne.

Am nächsten Mittag musste ich mich dann von der Südinsel verab- schieden. Auf der Fähr- überfahrt nach Wellington sah ich sie kleiner und kleiner werden und irgendwann ganz ver- schwinden. Wer weiß, ob ich sie noch einmal zu Gesicht bekommen werde…

An meinen zwei Tagen in Neuseelands Hauptstadt standen gleich mehrere Wiedersehen an. Zunächst verbrachte ich einen ganzen Tag mit Pasi, der noch ganze zwei weitere Monate hier zur Schule gehen wird. Am Abend traf ich mich dann mit zwei anderen Bekanntschaften aus Blenheim, Sandra und Sebastian. Nach einem gesprächigen Umtrunk ging’s Wellingtons Nachtleben erkunden.

Aller daraus resultierenden Widrigkeiten zum trotz, setzte ich mich am nächsten Morgen in einen Zug. Denn Wellington ist so ziemlich die einzige Neuseeländische Stadt mit einem vernünftigen Nahverkehrssystem.
An der Endstation Upper Hutt traf ich dann noch einmal Pasi und trampte von hier aus bis nach Napier, eine Stadt an der Ostküste. Die Region ist besonders bekannt für ihren Obstanbau. Viel bekam ich davon aber nicht zusehen, da ich am nächsten Mittag weiter nach Gisborne reiste. Von hier aus ging’s weiter nach Mount Maunganui.
Hier verbringe ich dann wieder einmal zwei Nächte am selben Fleck. Gerade komme ich von einem kleinen Spazier- gang auf den Hausberg mit traumhaften Aussichten zurück. Die Mischung der Menschen ist hier übrigens sehr interessant. Zum einen ist die Stadt ein Rentner-Paradies, weswegen hier die Parkplätze noch größer, die Verkehrshügel noch höher und die Ruhezeiten streng sind. Zum anderen stürzen sich aber auch sehr gerne Surfer in die Wellen am Strand, was den Ort attraktiv für jüngere Mitmenschen macht.

Um mir einen Altersruhesitz zu suchen fehlt mir aber die Zeit, denn mittlerweile ist meine letzte Woche in Neuseeland angebrochen. Ein extrem komisches Gefühl, dieses Land nach einer so langen Zeit bald zu verlassen…

Sonntag, 19. April 2009

Kilometer bis der Tacho kracht

Drei Wochen für die gesamte Südinsel, mehr gaben Markus Osterferien nun einmal nicht her. Wenn man aber nun einmal schon die vielen Flugstunden auf sich genommen hat, will man aber natürlich auch etwas sehen. Außerdem war es zu zweit und mit Mietwagen eine ungewohnt bequeme Art und Weise für mich, Neuseeland zu erkunden. Die Konsequenz waren hunderte von Kilometern, die wir mit unserem kleinen Flitzer herunterratterten.

Zunächst ging’s weiter in die tiefen Untiefen des Tiefen Südens (war echt tief!). Invercargill, die südlichste und zugleich westlichste Stadt Neuseelands ist zwar laut Reiseführer kein Muss für Touristen dennoch wollte ich unbedingt weiter Richtung Süden. Denn nur ein kleines Stück südlich von Invercargill ist das Ende des State Highway Nummer 1, der sich von ganz im Norden der Nordinsel (Cape Reinga) bis hierher erstreckt. Und da ich das Nordende gesehen hatte wollte ich unbedingt auch zum Südende. Im Nachhinein muss ich zwar zugeben, dass es vergeudete Zeit war, aber dafür habe ich nun zumindest dieses Bild!

Zum Ausgleich stand aber als nächstes ein richtiger Touristen- magnet an, der Milford Sound. Dieser bietet zwar eine Fülle von Wanderwegen an, wir waren jedoch etwas unter Zeitdruck geraten und außerdem musste ich mit einer Erkältung kämpfen. Deswegen gönnten wir uns nur eine Bootsfahrt in diesem beeindruckenden Fjord und natürlich viele Fotostopps auf dem Weg dorthin. Doch auch wenn diese Gegend, das so genannte Fjordland, sehr schön ist, hatten wir uns ehrlich gesagt etwas mehr versprochen. Meiner Meinung nach wird einfach zu massiv Werbung dafür gemacht und so falsche Erwartungen geweckt.

Wir konnten übrigens gar nicht genug von einem der typisch neuseeländischen Tiere bekommen, den Sandflies. Diese Biester sind etwa so groß wie Fruchtfliegen und werden daher zunächst von jedem Tourist unterschätzt. Ihre Bisse schmerzen aber und jucken noch für einige Zeit ungemein. Ausgesprochen ausgeklügelt ist außerdem, dass sie sich keine Konkurrenz mit den Moskitos machen. Während man nur tagsüber von einer Sandfly gebissen werden kann, kommen nach Dämmerung die normalen Blutsauger aus ihren Verstecken.
Da diese unangenehmen Zeitgenossen besonders vermehrt an der Westküste vorkommen, dachten wir uns, es wäre doch eine gute Idee, diese als nächstes zu erkunden.

Aber auch sonst hatte diese Gegend einiges zu bieten.
Zunächst wagten wir uns an einen der großen Gletscher, den Franz-Josef-Glacier, heran. Eigentlich wollten wir nur für einige Fotos aus großer Entfernung halten, doch irgendwie wollten wir einfach immer näher und näher an diesen Koloss aus Eis heran. Dabei ließen wir uns auch von einigen Warnschildern nicht aufhalten, Schließlich waren kurz vor uns geführte Besuchertouren unterwegs. Keine Sorge, zu nahe haben wir uns dann aber auch nicht herangewagt.
Auf dem Weg hielten wir dann noch an einem der wunderschönen Strände der Westküste. Ich denke die Bilder sprechen wieder einmal für sich.

Die Wanderung, die wir im Fjordland leider nicht unternehmen konnten, wollten wir nun im Paparoa National Park an der Westküste nachholen.
Nachdem wir die bekannten Pancake Rocks (Felsformationen an der Küste, die aussehen wie aufeinander gestapelte Pfannkuchen) abfotografiert und uns im lokalen Visitor-Center schlau gemacht hatten, brachen wir auf den „Inland Pack Track“ auf. Dieser schlängelt sich durch das Hinterland an einigen Flüssen entlang durch den Busch nach Norden. An einigen Flüssen „entlang“ stimmt übrigens nicht ganz. Zum Großenteil ist der Weg schlichtweg der Fluss. Nasse Füße sind also garantiert, denn da man unzählige Male den Fluss durchwaten muss, macht es keinen Sinn die Schuhe ständig an und auszuziehen. Wir waren von der Schönheit der Natur beeindruckt, mussten uns aber etwas sputen nach etwa 7,5 Stunden Wandern noch vor Sonnenuntergang den angepeilten Zeltplatz zu erreichen. Hier waren wir dann auch tatsächlich fast ganz allein. Nur ein nettes Kiwipärchen aus Christchurch verbrachte die Nacht hier mit uns.
Am nächsten Morgen erreichten wir nach gemütlichen zwei Stunden das Ende des Tracks. Unser Plan war es eigentlich, zurück zum Ausgangspunkt zu trampen. Allerdings stoppte leider niemand und der einsetzende Regen verbesserte unsere Lage nicht wirklich. Glück für uns, dass das nette Kiwipärchen Namens Sally und Chris noch einen Umweg auf sich genommen hatten und erst jetzt ankamen. Denn diese hatten durch ihren Sohn organisiert, dass ihr Auto hier für sie bereit stand. Die beiden nahmen uns nicht nur sofort zu unserem Auto mit, sondern luden uns auch noch zu sich nach Christchurch ein.

Zunächst stand aber noch eine andere Einladung an. So durften Markus und ich uns in Motueka bei meinen ehemaligen WWOOFing-Arbeitgebern einnisten. Hier hatten wir nicht nur eine wunderschöne Zeit mit dieser liebenswerten Kiwi-Family, sondern erkundeten auch die sonnenverwöhnte Gegend. Die mächtigen und schönen Pupu Springs (Quellen) waren unser erstes Ziel. Von hier aus fuhren wir an einen der schönsten Strände, die wir jemals gesehen haben. Am Wharariki Beach wagte ich nicht nur den Sprung in die Wellen sondern wir sahen auch noch einige Robben, die alles andere als ängstlich waren. Sie spielten mit den Menschen um sie herum und schienen sie beeindrucken zu wollen, was ihnen auch sichtlich gelang. Wenn man seine Hand ins Wasser hielt kamen sie sogar heran um diese zu berühren!

Am nächsten Tag wagten wir uns dann nicht nur an sondern sogar auf das Wasser. Wir mieteten ein Doppel- kajak im Abel Tasman National Park und paddelten die Küste entlang und einen Fluss hinauf. Zurück ging es dann mit einem der vielen Wassertaxis. Für mich war dieser Ausflug besonders interessant, weil ich bereits den Küstenwanderweg erleben durfte und nun eine ganz andere Sicht auf den Park erhielt.

Markus Zeit in Neuseeland neigte sich nun aber leider ihrem Ende entgegen. Am nächsten Tag mussten wir uns deshalb, mit einer Zwischenübernachtung in Kaikoura, wieder nach Christchurch aufmachen. Dafür erwartete uns aber hier aber ein warmer Empfang, denn wir waren wie gesagt von Sally und Chris eingeladen worden. Sie ließen wirklich keine Wünsche offen, verköstigten uns vorzüglich und hatten sogar Einzelzimmer für uns! Ein Zimmer von der Größe des Meinigen war ich eigentlich nur noch mit acht Betten darin gewöhnt.
Allerdings mussten wir uns am nächsten Morgen um 4 Uhr auf den weg Richtung Flughafen machen.
Somit endete Markus Besuch leider schon wieder. Die drei Wochen sind wirklich wie im Fluge vergangen. Es war aber auf jeden Fall einfach toll ihn hier zu haben. Deswegen noch einmal ein dickes Dankeschön an dich, dafür dass du all die Flugmeilen und –stunden auf dich genommen hast!!! Ich hoffe du hast die Zeit mindestens so genossen wie ich!

Für alle die sich gerne einige der Bilder unseres gemeinsames Reisen anschauen wollen gibt es hier welche aus jeder Himmelsrichtung der Südinsel: Osten, Süden, Westen und Norden

Samstag, 11. April 2009

Große Pläne, große Jungs, kleines Auto

Nach all der Ruhe und Beständig- keit beim WWOOF- en, war es mal wieder Zeit neue Ecken dieses wunder- schönen Landes zu erkunden. Da man ja bekanntlich zu zweit weniger allein ist, ließ ich dazu dann auch noch extra mein Bruderherz einfliegen.

Auf dem weg nach Christchurch erl
ebte ich noch in Blenheim mit einigen der Leute, die ich hier beim Arbeiten kennen gelernt hatte, eine durchfeierte Nacht.
Dermaßen übernächtigt war ich natürlich optimal auf die An
kunft meines Bruders vorbereitet. Denn der kam (mit kurzen Stopps) direkt aus Frankfurt und war daher jetlag-geschädigt. Nach einer gehörigen Portion Schlaf fühlten wir uns dann beide im Stande die Südinselmetropole zu erkunden.

Sehr schnell stellte allerdings auch Markus fest, dass der Reiz Neuseelands nun einmal nicht in seinen Städten begründet liegt. Kein Problem, denn schließlich hatten wir uns auch einiges vorgenommen: Die gesamte Südinsel zu bereisen in knapp drei Wochen!
Mit unserer mini R
eisschüssel, einem Toyota Vitz, wollten wir dann schon am Mittwoch hoch hinaus. Aufgehalten wurden wir nur durch Tropfen in unserem Auto. Offenbar war der Gummi zwischen Windschutzscheibe und Dach undicht. Doch echte Abenteurer lassen sich von so etwas nicht aus der Bahn werfen. Deshalb kurz das Auto getauscht und los ging’s.

Immer weiter gen Westen, in die Southern Alps, das Hochgebirge
der Südinsel. Auf dem Weg stießen wir auf eine interessante Ansammlung merkwürdig geformter Felsen. Die nutzen wir vor allem zum herumkletttern und Fotos machen.
In "Arthur's Pass" bezogen wir
Quartier in einem kleinen, gemütlichen YHA-Hostel und kämpften uns auf einen der Berge, den „Avalanche Peak“ hinauf, sowie zu beein- druckenden Wasserfällen, den „Devil’s Punchball Falls“.
So auf den Geschmack gekommen, wo
llten wir noch höher hinaus. Da bot sich auf dem Weg nach Süden der Mount Cook und die ihn umgebenden Berge an.
Eins vorneweg: Wir haben überlebt!
Wegen des angekündigten schlechten Wetters entschlossen wir uns dazu, nicht auf einen der Berge zu steigen, da die Aussicht wohl sowieso nicht der Mühe wert gewese
n wäre. Stattdessen ließen wir uns auf einen kurzen Trip entlang eines Gletschers ein, An essen Ende stand ursprünglich mal eine Hütte. Da wir allerdings gerne eine Übernachtung in den Bergen wollten, packten wir das Zelt ein und planten die Nacht darin zu verbringen. Der Weg war zwar zunächst eher eintönig und langweilig, bot aber schließlich traumhafte Aussichten auf Neuseelands größten Gletscher, den Tasman Glacier. Das Zelt war auch schnell aufgebaut und die Dosen-Bohnen gekocht und verputzt.
Nach ein paar Stunden Schlaf kam es dann allerdings g
anz dick. Starker Wind – oder nennen wir es lieber Sturm – hatte nicht nur die Mehrzahl der Heringe herausgerissen, sondern war auch noch drauf und dran das Außenzelt abzureißen. Ein Zitat aus diesen Stunden: „Solange es nicht regnet, geht es ja noch!“ Ratet einmal, was 30 Minuten später los war. Richtig, es hörte nicht auf zu stürmen und fing dafür aber noch an zu schütten. Wir versuchten zunächst uns zu behelfen, indem wir das die Zeltstangen herauszogen und das Zelt flacher zu machen und so dem Wind weniger Angriffsfläche zu bieten. Allerdings lag ab jetzt das Außenzelt direkt auf dem Innenzelt auf, welches wiederum direkt auf uns lag. Daher wurde es bald ungemütlich nass. Um 5 Uhr morgens fiel dann unsere Entscheidung, uns und unsere Sachen in den „Shelter“ in Sicherheit zu bringen. Das Zelt beschwerten wir lediglich mit einigen Steinen (es war ja sowieso quasi flach). Dieser Unterschlupf war allerdings nichts weiter als ein fest im Boden verankertes Plumpsklo. Der Vorteil dabei war, dass uns relativ schnell der Appetit verging - aus Gründen, die ich hier nicht näher erläutern will.
Nach ein paar Stunden ließ dann zumindest auch der Regen nach. Schnell packten wir das Zelt ein und machten uns auf den Weg Richtung Aut
o. Einige Kilometer später tauten wir bei einem warmen Tee und trockenen Socken wieder auf. Erfahrungen sind nun einmal dazu da, gemacht zu werden…

Des reisen waren wir natürlich noch immer nicht müde. Daher schwangen wir uns in unser Luxus-Mobil und machten uns weiter Richtung Süden auf.
Oamaru ein kleines Küsten- städtchen stand als nächstes auf dem Programm, bekannt vor allem für seine Pinguin- kolonien. Tatsächlich konnten wir noch am Abend erst einige Gelbaugenpinguine am Strand landen und die steile Küste hinaufwatscheln sehen. Auf dem Weg zu einer der großen Blaupinguinkolonien sahen wir bereits unzählige Exemplare auf einem der Stege im Hafen sitzen und sogar zwei Stück über die Straße spazieren, die wir mit äußerster Vorsicht befuhren. In unserem Hostel waren außerdem noch Schilder angebracht, dass man immer vor dem Start unter seinem Auto nach Pinguinen Ausschau halten sollte. Ich hielt das zunächst für einen Scherz. Doch als wir abends einige Sachen zum trocknen im Hinterhof aufhängten wurden wir von lautem Geschrei gestört. Verursacher waren zwei Blaubpinguine, die sich unter dem Auto neben unserem lautstark unterhielten oder stritten.

Wir schafften es zu widerstehen und keinen der Pinguine einzupacken. So machten wir uns nur zu
zweit am nächsten Morgen nach Dunedin auf. Schließlich wäre es zu dritt wohl in unserer rollenden Konservendose doch relativ eng geworden.

Unterwegs besuchten wir noch
weiteres Neuseeländisches Naturwunder. Kreisrunde Felsen, die an einem wunderschönen Strand liegen, um unzählige fotografierlustige Touristen anzuziehen. Natürlich konnten auch wir uns das ein oder andere Bild nicht verkneifen.

In Dunedin verbrachten wir ausnahmsweise einmal zwei Nächte im selben Bett und hatten auch noch eine einmalige Erfahrung: Ich hatte einen Studenten kontaktiert, der mich einmal beim Trampen mitgenommen hatte und der hier wohnt. Dieser hat uns beide kurzerhand zu sich zum Essen eingeladen. Nette Menschen, angenehme Konver- sation und ein leckeres Essen – es war einfach ein rundherum schöner Abend. Außerdem war es eine ideale Gelegenheit für Markus einmal mit Einheimischen in Kontakt zu kommen.

Alle weiteren peinlichen Details unseres Tripps verrate ich euch bald.
Zum „Bei-Laune-Halten“ allerdings hier noch ein kleiner Nachklapp. Bevor Markus kam, hatte ich in Motueka etwas Zahnschmerzen bekommen. Natürlich freute ich mich schon wahnsinnig darauf, endlich einmal zum Arzt zu kommen ( ;-P ), schließlich musste sich meine Auslandskrankenversicherung noch lohnen.
Die Rechnung ging aber nicht ganz auf: Nach vielleicht vier Minuten Wartezeit kam ich sofort ins Behandlungszimmer, wo mir mein Arzt in drei Minuten (nach einem kurzen Blick und ein paar Fragen) erklärte, dass mein Zahn durch zu starkes Putzen nur etwas übersensibel geworden wäre, und ihn desensibilisierte. Für das ganze knöpfte mir die Praxis dann 45 NZD ab – das sind umgerechnet etwa 20€!!! Dafür kann man in Deutschland einem Zahnarzt nicht einmal die Hand schütteln! Das einzig schlechte ist, dass sich meine Versicherung nun immer noch nicht gelohnt hat, da der Selbstbehalt bei 50€ liegt. Das nächste Mal werde ich also versuchen mich schwerer zu verletzen ;-). Mit meinem Arzt war ich aber voll zu frieden. Was soll man auch anderes erwarten?!? Schließlich betreibt er gleichzeitig eine kleine Lokalbrauerei, wie ich später erfuhr… So etwas geht eben nur in Neuseeland!

Freitag, 27. März 2009

Big Family-Life

Weiter ging die Arbeit mit und für meine WWOOFing-Gastgeber in Motueka. Ihr Haus wurde immer mehr ein zu hause für mich - womit Pipi und Claude offensichtlich auch kein Problem hatten :-).
Seit Samstag ist das Family-Life hier sogar noch bigger geworden: Dimitris (geboren und aufgewachsen in Bahrain – eine Insel vor Dubai, bezeichnet sich aber selbst aufgrund seiner Abstimmung als zyprisch) ist nun auch hier am WWOOFen. Gemeinsam haben wir unter anderem einen alten Kamin im Haus abgerissen - eine dreckige aber spaßige Arbeit!
Zusammen fuhren wir auch zu einer nahe gelegenen Quelle in der wir den Sprung in den so genannten „Cristal Pool“ wagten, der tatsächlich kristallklar und *****kalt war.
Ach, das wichtigste hätte ich ja fast vergessen: Ich habe einen neuen Angelversuch gestartet. Dieses Mal sogar mit Erfolg. Allerdings war der fisch ungefähr so groß wie eine Zigarette…wie der es auf meinen großen Haken geschafft hat ist mir ein Rätsel. Das macht aber auf jeden Fall Hoffnung auf mehr ;-) !!!

Ansonsten war ich am Planen der nächsten 3 Wochen, denn ich darf mich über hohen Besuch freuen: Mein Bruderherz nimmt die tausenden Flugmeilen und -stunden auf sich um mich und Neuseeland zusammen zu sehen. Der Mietwagen steht bereit, unser erstes Hostel ist bereits gebucht, jetzt müssen wir es nur noch beide nach Christchurch schaffen.
Deswegen werde ich nun, nach dieser ungewöhnlich langen Zeit an einem Fleck, meine Zelte abbrechen und mal wieder den Daumen in den Wind halten.

Meine Zeit hier werde ich aber auf jeden Fall in bester Erinnerung behalten. Und vielleicht schaffen es Markus und ich sogar, der netten Einladung zu folgen und hier noch einmal vorbeizuschauen.

Donnerstag, 19. März 2009

Meine Karriere als Haushälter

Ein bisschen Kochen, ein bisschen putzen, ein bisschen Kinder hüten, ein bisschen Gartenarbeit und vieles mehr - meine Arbeit ist vielfältig und abwechslungsreich. Die WWOOFing-Stelle hier in Motueka ist wirklich ganz anders als meine letzte auf der Nordinsel, vor allem aber ganz anders als die Arbeit in den Weinfeldern. Und vor allem macht es ehrlich gesagt Spaß, sich um den Haushalt zu kümmern. Ich sehe es als eine Art Training für die Zeit wenn ich meine eigene Wohnung haben werde.

Doch auch von der Zeit bevor ich meine Arbeit hier begann, gibt es noch einiges zu erzählen!

Wiedervereinigung! Svende, Per und Tom (meine Reisegefährten der ersten Wochen in Neu- seeland) verdienen gerade ihr täglich Brot als Birnen- pflücker in der Nähe von Nelson. Die Gelegenheit ließen wir natürlich nicht aus und trafen uns einige Male. Die drei sind mittlerweile sogar wieder mobil, denn Tom hat einen Teil seiner Ersparnisse in ein Auto investiert: wieder einmal ein Nissan. In memoriam an unseren Unfall war es dann schon ein merkwürdiges Gefühl wieder zusammen darin durch die Gegend zu fahren – aber auch ein großer Spaß :-) !!!

Auf dem Weg zu meiner WWOOFing-Familie wartete dann noch ein besonderes Erlebnis auf mich: Eine Theologiestudentin namens Kate, die ich in der Bücherei von Nelson kennen gelernt habe, nahm mich mit zum Sonntagsgottesdienst einer alternativen Kirche. Das ganze war wirklich sehr interessant und locker. Am Anfang erinnerte es mich mehr an ein Pop-Konzert, denn an einen Gottesdienst. Überhaupt war alles sehr jugendfreundlich gestaltet. Im Anschluss hatte ich dann noch ein paar sehr interessante Gespräche und wurde von Kate sogar nach Motueka gefahren!

Der erste Eindruck von meinen Gastgebern und ihrem Heim war schon ein mahl grandios. Sie hatten mir am Telefon bereits angekündigt, dass es sein könne, dass niemand zu hause ist, wenn ich komme. Da sie aber ihr Haus niemals abschließen, sei das kein Problem. Ich solle es mir einfach gemütlich machen.
Als ich durch das Gartentor gegangen war, fing sofort ein Hund an zu bellen. Das musste dann also Pipi sein, die angeblich nur bellt aber niemals beißt und einfach nur eine sehr freundliche Hündin ist. Und tatsächlich wurde ich nicht angefallen sondern mit großen Augen und wedelndem Schwanz angeschaut, als ich die Haustür öffnete.
Nachdem ich einige Zeit gewartet hatte, kamen Tina, die als Bibliothekarin arbeitet, und Josh (ich nenne sie jetzt einfach mal Gastmutter und Gastbruder) herein und begrüßten mich freundlich. Später kamen dann auch noch Greg, der als Bauarbeiter für Einkommen sorgt, und Shanty (Gastvater und Gastschwester) dazu. Ach und fasst hätte ich Claude vergessen, den etwas in die Jahre gekommen Hauskater, der es sich sofort auf meinen Sachen bequemmachte und eindöste :-) !

Bevor ich aber mit der Arbeit voll durchstartete stand erst noch ein ganz besonderes Erlebnis auf dem Programm: Der Abel Tasman National- park, ein kleines Stück nördlich von Motueka.
Montag- morgen machte ich mich mit dem Bus an das Nordende des Küstenwanderweges - einer der so genannten „Great Walks“ Neuseelands - auf. Bis Mittwochabend legte ich einige Kilometer zurück und wurde am Südende von Greg abgeholt, der gerade in der Gegend arbeitete.
Für alles was dazwischen lag, fehlen mir gerade die Worte. Atemberaubend? Fantastisch? Wunderschön? Alles das zusammen und noch mehr. Ich schlage vor ihr schaut euch einfach die Bilder an, denn die sagen ja bekanntlich mehr als tausend Worte. Vorsicht! Es besteht die Gefahr alles andere um einen herum zu vergessen!

Nachdem ich mich dann von all dem Wandern ein wenig erholt hatte startete ich Donnerstag mit der Arbeit. Die machte und macht, wie oben schon erwähnt, Spaß und ich genieße es wirklich hier, bei diesen unglaublich freundlichen und herzlichen Menschen zu sein. Tina und Greg sind immer für ein interessantes Gespräch zu haben, danken mir für meine Arbeit und laden mich auch gerne mal auf ein Bierchen ein.
Am Sonntag nahm Greg mich sogar auf eine kleine Expedition mit einem seiner Freunde in ein einsames Flusstal hier in der Gegend mit.

Wer der Bilder bis jetzt noch nicht überdrüssig ist, für den gibt es in diesem Album übrigens noch ein paar neue.

Soweit so gut! Die weiteren Aussichten: Schau’ma mal… Vorerst, werde ich aber in Motueka bleiben und das Familienleben genießen.

Freitag, 6. März 2009

Fernweh

ja ihr lest richtig. Mich hat das Fernweh gepackt!
Wie ich das in Neuseeland geschafft habe? Ich war einfach eine halbe Ewigkeit am selben Fleck: Blenheim.

Aber halt, ich muss euch noch einiges vorneweg erzählen.
Z.B. von Samstagabend, als Steffen, Sven und ich uns zusammen mit einigen anderen Backpackern ins Nachtleben von Blenheim stürzten. Als die Stimmung gegen 3 Uhr morgens jedoch gerade am besten war, schloss der Club, in den wir uns verlaufen hatten. Im allgemeinen Geplänkel am Eingang lernten wir dafür dann unsere Rettung kennen: Die Managerin und eine Bedienung aus einer nahe gelegenen Bar, dem „Dolce“. Spontan, wie das Leben hier eben ist, wurden wir doch wirklich auf ein paar Drinks in das (seit mindestens 3 Stunden geschlossene) Dolce eingeladen! Doch jetzt kommt das Beste: Die (sehr gut ausgestattete) Bar führte doch tatsächlich Hefeweizen! Zwar war es ein neuseeländisches, das nicht ganz mit Erdinger und Co mithalten kann – aber hey! Hefeweizen! :-)

Nach so einer erlebnis- reichen Nacht, war uns natürlich erst einmal nach Ruhe zu Mute. Deswegen unternahmen Sven, Steffen und ich am Sonntag nur einen kleinen, aber dafür unglaublich ergebnislosen Angelausflug. Außer Tonnenweise Seetang hatten wir nicht viel am Haken. Na ja, zumindest die Landschaft war schön.

Die nächsten fünf Tage rackerte ich dann wieder auf den Weinfeldern: Auf dem Programm stand weiterhin Fruit-Thinning (Weinrispen herausschneiden) und Netting (die Weinreben zum Schutz vor Vögeln mit Netzen überziehen). Zunehmend gab mir mein Körper aber zu verstehen, dass diese Arbeit nicht das Richtige für mich ist. Starke Rückenschmerzen und Entzündungen an den Händen durch die Säure im Fruchtsaft begünstigten mein Fernweh ungemein.

Am Sonntag war es dann soweit. Ich verabschiedete mich von all den Leuten in meinem Hostel, die ich in der Zeit hier in Blenheim wirklich lieb gewonnen hatte, und machte mich auf gen Westen nach Nelson.
Dieses Mal musste ich übrigens ungewöhnlich lange (etwa 1,5 Stunden) beim Trampen warten. Der Typ, der mich dann mitgenommen hat, war dann auch der erste, der bis jetzt Geld von mir wollte. Dafür fuhr er aber auch richtig schlecht Auto…und konnte kaum Englisch, obwohl er wohl schon seit Jahren in Neuseeland lebt.

Zur Beruhigung nach dieser sehr „abenteuer- lichen“ Autofahrt, verabredete ich mich mit Steffen und Sven (die schon einige Tage in Nelson waren) zum Fischen. In altbewährter Tradition fingen wir natürlich nichts, verloren dafür aber zwei Haken.

Da ich mich offensichtlich als Fischer nicht in Neuseeland durchschlagen könnte, dachte ich mir, es wäre keine schlechte Idee, in Nelson nach Arbeit zu schauen. Gerne hätte ich in einem der vielen Cafés, Restaurant oder einer Bar gearbeitet. Leider stellte sich dass aber als schwieriger als gedacht heraus. Denn obwohl ich in den nächsten zwei Tagen das ganze Stadtzentrum abklapperte und viele Lebensläufe verteilte habe ich bis heute noch keine Rückmeldung erhalten. Die Wartezeit habe ich übrigens teilweise mit weiteren erfolglosen Angelversuchen verbracht.

Derart bestätigt in meiner Ansicht, dass es mit dem Lebens- unterhalt als Fischer eher schlecht aussieht beschloss ich einfach mein Geld mit Biertrinken zu verdienen.
Nein natürlich nicht! An dem Abend an dieses Bild entstand habe ich nur zwei gute alte Freunde getroffen: Die beiden Kieler-Jungs Lukas und Jonas, die ich das letzte Mal in Auckland gesehen habe. Bei all den Erzählungen, lustigen Geschichten und peinlichen Erlebnissen musste dann natürlich auch das ein oder andere Bierchen sein…

Aber vom Biertrinken alleine werden ja bekanntlich auch keine Probleme gelöst. Deswegen habe ich mich hinter das Telefon geklemmt und viele der eingetragen WWOOFing-Hosts (zur Erinnerung: Willing Workers On Organic Farms) in der Gegend um Nelson angerufen. Schließlich hatte ich Glück bei einer Familie, die Hilfe um und an ihrem Haus sucht und außerdem noch zwei Kinder hat, die betreut werden wollen. Sowohl sie als auch er machten am Telefon einen sehr netten Eindruck und anscheinend habe auch ich ihnen zugesagt. So werde ich wohl Mitte nächster Woche Arbeit, Unterkunft, Verpflegung und hoffentlich sehr nette Menschen in Motueka, einige Kilometer westlich von Nelson, vorfinden.

Bis dahin werde ich noch einige Nächte in meinem brandneuen Zelt verbringen und vielleicht sogar den ein oder anderen Angelversuch starten.

Spezielle Grüße übrigens außerdem noch an dieser Stelle an meine liebe Mutter: Ich kann jetzt den ultimativen Beweis erbringen, dass ich fähig bin auf mich selbst aufzupassen: Ich habe einen Hosenknopf angenäht! Und der hält schon ganze zwei Tage! (wann ich die Hose das letzte Mal gewaschen habe verschweige ich lieber ;-) )

Gerne würde ich meinen Bericht jetzt beschließen mit einem Bild des sooooooo großen Fisches, den ich heute noch aus dem Meer gezogen habe. Da das leider nicht geht, ich aber gerne noch alle bestrafen will, die gerade gelacht haben bezüglich des Fisches, gibt es jetzt einfach noch einen traumhaften Sonnenuntergang :-)

Montag, 23. Februar 2009

Als Backpacker…

…darf man zwar nicht wählerisch sein…
…aber wehren sollte man sich schon!
Während ich weiterhin glücklich und zufrieden für Lex, meinen neuen Contractor, arbeitete, wartete ich schon gespannt auf Samstag. Denn an diesem Tag sollte Methew, mein alter Arbeitgeber, den Lohn für die vorherige Woche überweisen. Auch wenn es mich wenig überraschte, so versetzte es mich doch in Rage: Anstatt den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn zu zahlen, hatte er die angekündigten 10 Cents pro Pflanze überwiesen! Für die 26 Stunden, die ich für ihn gearbeitet habe, hätte er mir 269,57 NZD bezahlen müssen. Auf meinem Konto fand ich dagegen 192,70 NZD von ihm. Ähnlich sah es bei Eduardo und Clodagh aus, die beide für ihn gearbeitet hatten und in meinem Hostel wohnen. Nachdem wir uns abgesprochen und alle zahlen gecheckt hatten riefen wir ihn an. Natürlich stritt er alles ab und behauptete, wir hätten nicht so viele Stunden für ihn gearbeitet. Da wir aber nicht locker ließen, versprach er seine Zahlungen zu überprüfen und sich am Sonntag wieder zu melden.
Da ich von Sonntag bis Donnerstag Blenheim verlassen habe (dazu später mehr) und Methew sich immer noch im Recht fühlte (odes es zumindest vorgab), vereinbarte Clodagh mit ihm, dass wir Donnerstag zu ihm kommen würden um alles zu besprechen.
So machten Clodagh und ich uns dann am Abend zu ihm auf, während Eduardo es vorzog im Hostel zu bleiben, da er meinte mit seinen geringen Englischkenntnissen nichts ausrichten zu können. Methew versuchte sich mit den gleichen Begründungen, wie schon am Samstag herauszureden. Er versuchte sogar uns ein schlechtes Gewissen einzureden, indem er versprach seinen Vorarbeiter, einen armen Iraker und Kriegsflüchtling, zu entlassen, weil er an allem Schuld sei, falls wir tatsächlich mehr Geld bekommen sollten. Schlussendlich vertröstete er uns auf den nächsten Tag, weil er sich zunächst mit seinem Anwalt beraten müsste.
Unglaublich aber wahr: Am Freitag hatte Clodagh sogar 4$ mehr als das geforderte Geld auf ihrem Konto. Ich konnte am Samstag immerhin nur einen Dollar weniger als gefordert vorfinden. Nur Eduardo ging lehr aus. Dafür kann er nun aber Methew beim Department of Labour anzeigen, was er wohl am Montag versuchen wird – mit freundlicher Unterstützung unserer Hostel-Mutter Jelka, die uns immer mit Rat und Tat zur Seite steht.
Schlussendlich scheint es sich also wirklich gelohnt zu haben, dass wir für unser Geld gekämpft haben. Vor allem hoffe ich, dass Methew in Zukunft genauer darauf achtet, wie er Backpacker bezahlt!

Doch nun vom stressigen zum angenehmen Teil, vom Nervigen zum Relaxten, von Blenheim nach Christchurch:
Sonntagvormittag packte ich seit langem einmal wieder meine Sachen zusammen und machte mich mit einen „Christchurch-Schild“ bewaffnet trampender Weise Richtung Süden auf. Erschwert wurde mir das ganze allerdings durch die Spuren, die die vorangegangene Nacht hinterlassen hatte: Steffen und Sven hatten sich nämlich mittlerweile ebenfalls in Blenheim eingefunden und so stürzten wir uns zusammen mit einigen anderen Backpackern aus meinem Hostel ins Nachtleben der Weinmetropole. An dieser Stelle lasse ich wohl am besten einfach ein paar Punkte stehen … ;-)
Trotzdem gelang es mir relativ einfach freundliche Kiwis zu finden, die mich mitnahmen. Geschockt war ich allerdings, als mir mein erster Fahrer erzählte, dass er eigentlich gar keinen Führerschein mehr hat, weil die Polizei ihm den selbigen abgenommen hat.
Dennoch erreichte ich wohlbehalten die inoffizielle Hauptstadt der Südinsel und fühlte mich gleich wohl, dank eines herzlichen Empfangs: Anna und ich hatten beschlossen ihre letzte Tage in Neuseeland gemeinsam in Christchurch zu verbringen und netter Weise hatte sie sich schon um alles gekümmert und das Essen schon fast auf dem Tisch als ich ankam :-) !
In den folgenden Tagen machten wir die Stadt unsicher, schwelgten in Erinnerungen an unser Reisen - aber auch an unsere Mutterstadt und die Leute, die daheim auf uns warten. Das war schon ein komisches Gefühl: Mir wurde zwar bewusst, wie viel ich in diesem wunderbaren Land schon erlebt habe, aber auch, dass ich hier nicht ewig bleiben werde und dass das auch gut so ist. Denn ich vermisse einfach vieles, was ich all die Jahre einfach als völlig normal hingenommen habe – nicht nur, aber natürlich auch den Komfort ;-). Doch auch ganz simpel mein Heimatland - oder zumindest Europa, mit all seinen Vorzügen, die man wohl erst am anderen Ende der Welt schätzen lernt und vieles, vieles mehr…

Anna und ich hatten eine wunderschöne Zeit, die uns auch das überwiegend nass-kalte Wetter nicht vermiesen konnte. Shoppen stand genauso auf dem Programm wie die eindrucksvollen botanischen Gärten, ein chinesisches Lampionfest, klassisches Sightseeing und natürlich ein Car-B-Q mit fast allen Hostelbewohnern. Nein, das ist kein Tippfehler, sondern eine geniale Idee des autoverrückten Inhabers des gemütlichen Hostels, dass Anna für uns gebucht hatte :-). Als besonderer Bonus kam dann auch noch Per gerade nach Christchurch.
Doch auch die schönste Zeit ist irgendwann vorüber: Am Donnerstag ging Annas Flieger nach Australien, wo sie nun noch einige Tage verbringen wird, bevor sie in unsere geliebte Neckar-Metropole heimkehren wird.
Anna, ich möchte dir noch einmal dafür danken, dass du sowohl deine ersten als auch deine letzten Tage in Neuseeland mit mir verbracht hast! Ich finde beide Male war es wirklich eine hammer Zeit, an die ich mich immer gerne erinnern werde!

Zurück in Blenheim, konnte ich zwar wegen des schlechten Wetters nicht wie beabsichtig direkt weiterarbeiten, dafür war es aber ein Gefühl des „Heimkommen“, als ich die Stadt und vor allem das Hostel erreichte. Ich habe hier einfach schon so viel Zeit verbracht, wie an keinem anderen Ort in Neuseeland und fühle mich ausgesprochen wohl bei den netten Backpackern, die in meinem Hostel wohnen. Das tröstet auch - zumindest jetzt noch - über die eingeschränkten Möglichkeiten in Blenheim hinweg. Die Stadt ist einfach relativ klein, nicht sehr schön und hat kaum Freizeitangebot.

Umso mehr freut man sich dann aber über nette Abende, wie z.B. unser kleines Grillfest am Freitagabend.

Zum Rest meines Wochenendes und zur sehnsüchtig erwarteten Plackerei im Weinfeld gibt es bald mehr.
Bis dahin gibt es aber wieder einmal ein paar neue Bilder. Viel Spaß beim Anschauen!