Frisch von Markus verlassen musste ich mich zum Glück nicht gleich wieder alleine durch- schlagen. Denn Sally und Chris, die beiden freundlichen Kiwis, die uns aufgenommen hatten, boten mir an, noch ein paar Tage bei ihnen zu bleiben. So durfte ich noch drei weiter Nächte Luxusurlaub genießen. Die beiden sind wirklich ein Paradebeispiel für die Gastfreundschaft der Kiwis. Chriss nahm mich sogar auf eine kleine Rundfahrt auf die Hügel um Christchurch mit, während Sally mich zur Universität mitnahm, an der sie arbeitet.Doch ewig konnte ich diese Gastfreundschaft ja nicht ausnutzen. Außerdem wollte ich noch andere Ecken Neuseelands erkunden und ich sah mir langsam die Zeit davon rennen. So hielt ich ab Dienstag wieder den Daumen in den Wind und machte mich auf gen Norden.
Dabei nahm mich unter anderem ein LKW mit, dessen Fahrer ich anbot beim Ausladen zu helfen. So fuhren wir in Blenheim einige Depots an und ich half ihm hunderte Liter Milch und Milchprodukte auszuliefern. So etwas erlebt man auch nicht alle Tage! In Blenheim verbrachte ich dann die Nacht und besuchte die beiden Liverpooler Paul und James, die ich noch aus meiner Zeit in den Weinfeldern kenne.
Am nächsten Mittag musste
ich mich dann von der Südinsel verab- schieden. Auf der Fähr- überfahrt nach Wellington sah ich sie kleiner und kleiner werden und irgendwann ganz ver- schwinden. Wer weiß, ob ich sie noch einmal zu Gesicht bekommen werde…An meinen zwei Tagen in Neuseelands Hauptstadt standen gleich mehrere Wiedersehen an. Zunächst verbrachte ich einen ganzen Tag mit Pasi, der noch ganze zwei weitere Monate hier zur Schule gehen wird. Am Abend traf ich mich dann mit zwei anderen Bekanntschaften aus Blenheim, Sandra und Sebastian. Nach einem gesprächigen Umtrunk ging’s Wellingtons Nachtleben erkunden.
Aller daraus resultierenden Widrigkeiten zum trotz, setzte ich mich am nächsten Morgen in einen Zug. Denn Wellington ist so ziemlich die einzige Neuseeländische Stadt mit einem vernünftigen Nahverkehrssystem.
An der Endstation Upper Hutt traf ich dann noch einmal Pasi und trampte von hier aus bis nach Napier, eine Stadt an der Ostküste. Die Region ist besonders bekannt für ihren Obstanbau. Viel bekam ich davon aber nicht zusehen, da ich am nächsten Mittag weiter nach Gisborne reiste. Von hier aus ging’s weiter nach Mount Maunganui.
Hier verbringe ich dann wieder einmal zwei Nächte am selben Fleck. Gerade komme ich von einem kleinen Spazier- gang auf den Hausberg mit traumhaften Aussichten zurück. Die Mischung der Menschen ist hier übrigens sehr interessant. Zum einen ist die Stadt ein Rentner-Paradies, weswegen hier die Parkplätze noch größer, die Verkehrshügel noch höher und die Ruhezeiten streng sind. Zum anderen stürzen sich aber auch sehr gerne Surfer in die Wellen am Strand, was den Ort attraktiv für jüngere Mitmenschen macht.Um mir einen Altersruhesitz zu suchen fehlt mir aber die Zeit, denn mittlerweile ist meine letzte Woche in Neuseeland angebrochen. Ein extrem komisches Gefühl, dieses Land nach einer so langen Zeit bald zu verlassen…

































